2006-03-04
Wahlen 2006
Am 9. April bzw. 23. April 2006 wählen die UngarInnen ein neues Parlament. Interessantes aus dem Wahlkampf wird hier verfolgt werden: Da dieser bis jetzt "a matte Sach" ist (außer man interessiert sich für leere Versprechungen und Internetkriminalität) wird's wohl eher leer bleiben in dieser Rubrik.
Vorerst einmal das Wahlsystem, das ein wenig an das bundesdeutsche erinnert, weil es das Verhältnisprinzip mit dem Mehrheitsprinzip verbindet.
Urban Life - Part 7
Budapester Stadtbildschützer versuchten in der Király utca die Demolierung eines Hauses des klassizistischen Architekten József Hild zu verhindern – auch wenn sie nicht erfolgreich waren (und das Haus mit seinen oftmaligen Umbauten seinen einstigen architektonischen Wert nur erahnen lässt), so ist es ihnen immerhin gelungen, eine (kleine) Debatte über die Budapester Stadtentwicklung loszutreten – und selbst die kommerziellen, "natürlich" sensationsgierigen Medien auf ihre Seite zu ziehen.
Die innere Elisabethstadt ist in ihrem Verfall eine der letzten großen "alten" Quartiere der Innenstadt Budapest, auf ihre Art ein kleiner "Spittelberg", sich geradezu anbietend für die – gäbe es sie nur – Schicht von Bobos, die in die verfallenden Gemäuer wieder leben bringen könnten.
Budapest

The M1-line so is a memento to both: a liberal mayor (for what Budapest was capable of) and the Siemens company, who more than a hundred years ago was capable of producing faultless underground trams (not like today's Combino crap...)


Du warst unpersönlich wie die anderen bebrillten Führer
im Sakko, deine Stimme war nicht metallen,
denn du wußtest nicht, was du eigentlich sagen solltest,
so unvermittelt den vielen Versammelten. Gerade das Plötzliche
war ungewohnt für dich. Du alter Mann mit dem Zwicker,
ich hörte dich, ich war enttäuscht.
Ich wußte noch nichts
vom Betonhof, wo der Staatsanwalt
das Urteil gewiß heruntergeleiert hat,
ich wußte noch nichts von der groben Reibung
des Stricks, von der letzten Schmach.
Wer will sagen, was sagbar gewesen wäre
von jenem Balkon aus, Möglichkeiten, unter Maschinengewehren
verfeuert, kehren nicht zurück. Gefängnis und Tod
wetzen die Schärfe des Augenblicks nicht aus,
wenn der eine Scharte bekommen hat. Aber wir dürfen uns erinnern
an den zögernden, verletzten, unentschlossenen Mann,
der gerade seinen Platz zu finden schien,
als wir davon aufwachten,
daß man unsere Stadt zerschoß.
Übersetzt von Hans-Henning Paetzke
