2006-03-27
Wahlen 2006 - Part 15
Kein Witz: Der amtierende Ministerpräsident der Republik Ungarn lässt sich heute in seinem Blog Absätze lang über Kaiserschmarrenrezepte aus, die im zugesandt worden sind: Es gebe angeblich eine österreichische (Ok, nach meinem Blog vom Freitag kann er wenigstens zwischen Ö und D unterscheiden - :-)) und die ungarische Schule, je nachdem, ob man den Kas mit Gries oder Mehl zubereitet - und die Zahl der Eier ist natürlich auch wichtig.
Un dich sitze da und lies den Schmarren im eigentlichen Sinn des Wortes auch noch, stellt Euch das vor. So, jetzt ist Schluss, ich geh' was hakeln....
So was Blödes....
Kunstabteilung - Department of the Arts - Part 3
Attila Bartis: Die Stille
Komischerweise macht dieses Buch im deutschprachigen Raum mehr Furore als hierzulande: Hier eine von Ilma Rakusa in der Alten Schmiede in Wien gehaltene laudatio.
1956 remembered - Part 6
Und zur Strafe...
... weil die Regierung die Eurokriterien nicht schafft, hat Nationalbankpräsident der postkommunistischen MSZP eine neue 500-Forint-Banknote vermacht.
Techno-Media - Part 3
Eines der von Medienwissenschaftlern am stärksten untersuchten Phänomene der letzten Wahlkampagne in Ungarn 2002 war das Auftauchen spontaner Beiträge über SMS, eMail und Internet: Das Open Society Archive der Soros-Stiftung hat eine Zusammenstellung sowie Analysen für 2002 auf seiner Homepage bereitgestellt.
Auf englisch gibt es eine Art mission-statement des Archivs, das nun auch seine Sammlung der im Internet kursierenden Beiträge zum Wahlkampf 2006 zeigt.
Laut dem für die Sammlung zuständigen Wissenschafter ist das auffallende an der diesjährigen Kampage dieser Art, das weniger spontane Aktionen "von unten" erfolgen, sondern vielmehr auch diese Form der Wählerbeeinflussung inzwischen hochprofessionalisiert ist.
Budapest

The M1-line so is a memento to both: a liberal mayor (for what Budapest was capable of) and the Siemens company, who more than a hundred years ago was capable of producing faultless underground trams (not like today's Combino crap...)


Du warst unpersönlich wie die anderen bebrillten Führer
im Sakko, deine Stimme war nicht metallen,
denn du wußtest nicht, was du eigentlich sagen solltest,
so unvermittelt den vielen Versammelten. Gerade das Plötzliche
war ungewohnt für dich. Du alter Mann mit dem Zwicker,
ich hörte dich, ich war enttäuscht.
Ich wußte noch nichts
vom Betonhof, wo der Staatsanwalt
das Urteil gewiß heruntergeleiert hat,
ich wußte noch nichts von der groben Reibung
des Stricks, von der letzten Schmach.
Wer will sagen, was sagbar gewesen wäre
von jenem Balkon aus, Möglichkeiten, unter Maschinengewehren
verfeuert, kehren nicht zurück. Gefängnis und Tod
wetzen die Schärfe des Augenblicks nicht aus,
wenn der eine Scharte bekommen hat. Aber wir dürfen uns erinnern
an den zögernden, verletzten, unentschlossenen Mann,
der gerade seinen Platz zu finden schien,
als wir davon aufwachten,
daß man unsere Stadt zerschoß.
Übersetzt von Hans-Henning Paetzke
