CfA: Distanz: Figuren, Schreibweisen, Diskurse

posted by Amalia Kerekes on 2012/02/25 17:16

[ Call for Abstracts ]

Unter dem Titel "Distanz: Figuren, Schreibweisen, Diskurse" findet vom 8. bis 10. November 2012 eine internationale literatur- und kulturwissenschaftliche Konferenz an der Universität Erfurt (in Zusammenarbeit der Kolloquien "Plattform Weltregionen" und "Forum: Texte. Zeichen. Medien") statt.
In den gegenwärtigen Literaturen Mittel- und Osteuropas ist eine Häufung von verschiedenen Formen der
Distanz zu beobachten. Trotz oder gerade aufgrund der nach dem Ende des Sozialismus akut gewordenen Notwendigkeit, nationale, regionale oder kulturelle Identitäten neu zu verhandeln, distanziert sich die Literatur von klaren Standpunkten und offiziellen Diskursen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Strategien wie (Selbst-)Ironie, der Einsatz bestimmter Figurentypen oder die radikale Abkehr von sprachlichen Konventionen. Das Erschreiben von Distanz lässt sich auf der Ebene der Figuren, der Schreibweisen und der Diskurse verfolgen.
Dies erinnert stark an das Konzept der
littérature mineure, das Gilles Deleuze und Félix Guattari in ihrem 1975 erschienen Buch Kafka. Pour une littérature mineure entworfen haben. Diese littérature mineure definieren sie explizit nicht als Literatur, die in einer kleinen Sprache geschrieben wurde, sondern als Literatur einer Minderheit, die sich einer großen Sprache bedient. "In einer eigenen Sprache wie ein Fremder leben" formulieren Deleuze/Guattari als literarische Tugend und erklären das "Klein-Werden" zur großen Hoffnung einer künftigen Literatur.

Ausgehend von diesen Überlegungen stellt unsere Konferenz folgende Fragen in den Mittelpunkt:

  • Lassen sich Figuren, Schreibweisen und Diskursen der Distanz mit dem Konzept der littérature mineure beschreiben?
  • Lässt sich das Konzept der "littérature mineure" auf die gegenwärtige Literatur Ostmitteleuropas übertragen? Und inwiefern kann es für die Beschäftigung mit Literaturen fruchtbar gemacht werden, die nicht Minderheitenliteraturen sind, wie die von Deleuze/Guattari beschriebene pragerdeutsche Literatur Kafkas?
  • Gibt es möglicherweise Überschneidungen bzw. Abgrenzungen zu anderen Diskursen der 'Kleinheit' (wie etwa Milan Kunderas oder des Slawisten Christian Prunitsch)?
  • Welche Figurentypen treten als Distanzstifter auf; welche Schreibweisen der Distanz sind in den ostmitteleuropäischen, aber auch in den deutschsprachigen Literaturen zu beobachten? Wer sind die Subjekte dieser Distanzierungsgesten und -handlungen und gegenüber was wird Distanz hergestellt?
  • Inwiefern lassen sich für einzelne Literaturen Vorbilder oder gar Traditionen distanzierenden Schreibens feststellen? Existieren dabei (national)literarische Spezifika oder lassen sich vielmehr literaturübergreifende Gemeinsamkeiten feststellen?


Willkommen sind literatur- und kulturwissenschaftliche Beiträge mit Bezug zur Region Mittel- und Osteuropas. Ausdrücklich begrüßen wir Arbeiten, die eine vergleichende Perspektive einnehmen. Besondere Aufmerksamkeit soll dabei auch der tschechischen Literatur gewidmet werden.

Abstracts von bis zu 300 Wörtern bitte bis zum 15.05. an
nora.schmidt@uni-erfurt.de oder anna.foerster@uni-erfurt.de.
Arbeitssprachen sind Deutsch und Englisch.

Vortragsdauer 20 Minuten.

Für Verpflegung möchten wir einen Beitrag von 20 Euro erheben.

Anmeldung für Teilnehmer ohne Beitrag bitte auch per mail an
nora.schmidt@uni-erfurt.de oder anna.foerster@uni-erfurt.de
Mehr Informationen und eine Langform des CfA finden sie unter
http://www.uni-erfurt.de/literaturwissenschaft/slawistik/projekte/

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