Kunstabteilung - Department of the Arts - Part 2

posted by Bela on 2006/03/24 12:39

[ Kunstabteilung - Department of the Arts ]

Exodus mal zwei

Das Béla Bartok Gedächtnishaus und eine verpasste Ausstellung.....

Morgen – 25. März 2006 – wird in der Csalán utca – am Budaer Rózsadomb das ehemalige Wohnhaus von Béla Bartók, der 1940 Ungarn (weil er das reaktionäre Horthy-Regime ablehnte) Richtung USA verließ, aus Anlass seines 125. Geburtstages nach einer Umgestaltung wiedereröffnet.

Die Installation von Péter Forgács "Donau-Exodus" im Budapester Ludwig-Museum habe ich leider verpasst,
hier aber
eine ausgezeichnete Rezension, hm, hm, leider eben nur auf ungarisch.

Die Geschichte – mehr als 18 Stunden Filmmaterial – dreht sich im wesentlichen um zwei divergente, und auf einer individuellen Ebene doch auch analoge Exodusse: Anfang der vierziger Jahre transportiert ein ungarischer Kapitän aus Pressburg flüchtende Juden donauabwärts nach Palästina und am Rückweg vertriebene bzw. vor der Roten Armee flüchtende Volksdeutsche aus Bessarabien donauaufwärts ins Deutsche Reich. Um diesen Grundplot herum werden einzelne Geschichten erzählt, wird als dritte Ebene die Geschichte des Kapitäns eingeführt, gewissermaßen eines Vertreters der ungarischen herrschenden Klasse.

Das ganze Material ist – für jene die mit Breitband zu Hause oder im Büro sitzen – unter der eigenen Homepage des 1992 in LA gezeigten Projekts abrufbar.

 

Englische Rezensionen:
New York Times
Jerusalem Post
Getty Museum

 

http://kakanienneu.univie.ac.at/static/files/27254/02.jpg

 

 

 

 

 


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Budapest

A picture from the heydays of liberal Budapest - when a whole (though short) underground line could be built within two years. And M1, the famous "Földalatti", Budapest's yellow line, still works. I have never seen this image of the construction on Andrássy before, so be full of admiration - and I am not telling your where it is from...

The M1-line so is a memento to both: a liberal mayor (for what Budapest was capable of) and the Siemens company, who more than a hundred years ago was capable of producing faultless underground trams (not like today's Combino crap...)

Budapest has – together with St. Petersburg and Vienna – one of the largest tramway networks of the world. The tramway type "UV" – standing for "Új villamos - New tramway" and pictured above – was designed in the early forties and is still a symbol for Hungary's once high-tech railway-carriage industry. With the arrival of the new low-floor-trams in spring 2006 – built by Siemens in Vienna and not too beautiful – this landmark of Budapest will vanish from the cityscape.
György Petri: Imre Nagy

Du warst unpersönlich wie die anderen bebrillten Führer
im Sakko, deine Stimme war nicht metallen,
denn du wußtest nicht, was du eigentlich sagen solltest,
so unvermittelt den vielen Versammelten. Gerade das Plötzliche
war ungewohnt für dich. Du alter Mann mit dem Zwicker,
ich hörte dich, ich war enttäuscht.
Ich wußte noch nichts

vom Betonhof, wo der Staatsanwalt
das Urteil gewiß heruntergeleiert hat,
ich wußte noch nichts von der groben Reibung des Stricks, von der letzten Schmach.

Wer will sagen, was sagbar gewesen wäre
von jenem Balkon aus, Möglichkeiten, unter Maschinengewehren
verfeuert, kehren nicht zurück. Gefängnis und Tod
wetzen die Schärfe des Augenblicks nicht aus,

wenn der eine Scharte bekommen hat. Aber wir dürfen uns erinnern
an den zögernden, verletzten, unentschlossenen Mann,
der gerade seinen Platz zu finden schien,

als wir davon aufwachten,
daß man unsere Stadt zerschoß.

Übersetzt von Hans-Henning Paetzke

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