Monarchie und Bosnien-Herzegowina

posted by Katalin Teller on 2008/12/04 20:29

Eine wahre kakanische Begebenheit: Das Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften,  in Kooperation mit der Internationalen Gesellschaft für Mittel- und Osteuropaforschung (IG.MOF) und der Botschaft von Bosnien-Herzegowina laden zur Tagung Österreichs vergessene Kolonie? Bosnien-Herzegowina und die Habsburger Monarchie am 11.-13. Dezember and der ÖAW (Sonnenfelsgasse 19, Theatersaal, 1010 Wien).

Im Gedenkjahr 2008 wurde ein historischer Bezugspunkt bislang kaum beleuchtet: Die österreichisch-ungarische Okkupation bzw. die Annexion von Bosnien-Herzegowina 1878 bzw. 1908. Anlässlich dieser Jahrestage möchte sich die Tagung mit den kurz- und langfristigen politischen, sozioökonomischen und kulturellen Folgen aus transdisziplinärer Perspektive auseinandersetzen (unter besonderer Berücksichtigung der Postcolonial and Nationalism Studies): Wie hat sich die Besetzung auf Bosnien, aber auch auf Österreich-Ungarn selbst ausgewirkt (Stichworte: Zivilgesellschaft und Islam-Integration; religiöse/ethnische Bruchlinien und identity management; der Blick auf den Anderen/Fremden; Schul- und Kulturpolitik; Herrschaft und Loyalität; wirtschaftliche Entwicklung; Konstruktion von [post]imperialen Wissens- und Gedächtnissystemen etc.)? Und wie ist die österreichisch-ungarische Periode (1878-1918) in Hinblick auf zeitgenössische und spätere - konfliktgeladene - gesamteuropäische Entwicklungen zu bewerten, als deren Experimentierfeld, role model oder "Pulverfass" Bosnien immer wieder gedient hat? Wie ist also in diesem Zusammenhang die k.u.k. "Friedens- und Kulturmission" im Spannungsfeld des europäischen Kolonialismus der Epoche rückblickend zu bewerten? Diese und ähnliche Fragestellungen sollen der Ausgangspunkt für die Vorträge aus unterschiedlichen Perspektiven - Geschichte, Literatur- und Kulturwissenschaft, Linguistik, Ethnologie, Musikwissenschaft sowie Sozial- und Religionswissenschaften – sein.

ReferentInnen:Aydin Babuna, Bojan Bujić, Riccardo Concetti, Diana Reynolds Cordileone, Raymond Detrez, Reinhard Johler, Ana Mijić, Wolfgang Müller-Funk, Nedad Memić, Vahidin Preljević, Clemens Ruthner, Stijn Vervaet, Petar Vrankić.

Autorenlesung:Dževad Karahasan

Konzeption: Moritz Csáky, Clemens Ruthner, Wolfgang Müller-Funk und Heidemarie Uhl.

Kontakt: Mag. Alexander Preisinger, Österreichische Akademie der Wissenschaften Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte. Postgasse 7/IV/3 1010 Wien. Tel.: (+43 1) 51581 3310, Fax: (+43 1) 51581 3311, E-Mail: alexander.preisinger@oeaw.ac.at


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