Postings mit Schlagwort "Népszabadság" (4)

 Es ist halt ein G'fret 

posted by Béla Rásky 10 years ago

Weil es ja sonst im ungarischen Feuilleton immer so geistreiche Kommentare gibt, hat mich überrascht, dass folgender Umstand bis jetzt meines Wissens niemandem aufgefallen ist:

Als Abschluss der Gay-Pride-Parade am Samstag wurden die Teilnehmer des von gewalttätigen, rechtsradikalen Gegendemonstranten begleiteten Aufmarsches vom Heldenplatz in Sonderzügen der – während des Demonstrationszuges gesperrten – U-Bahn zum Deák tér transportiert, um sie für den Fall eines Abganges in Einzelgruppen vor Übergriffen zu schützen. "Hirszerzö" bezeichnet diese Aktion als eine geistreiche Idee der Budapester Polizei: Allein, wie erfolgreich sich damit letztlich die Faschisten zeigten, sieht niemand: die  Homosexuellen wieder in den Untergrund abgedrängt, die Neonazis oben, was wohl nicht Sinn der Demo ist...

Und dann zwei Kommentare in der heutigen Népszabadság zum 5. Juli 2008 – in einer deutschen Übersetzung – weiter unten:

 Öffentlicher Verkehr - Public Transport - Part 17 

posted by Bela 12 years ago

Volksabstimmung über die neuen Metrogarnituren...

Laut der heutigen Népszabadság lässt Demszky über das Design der neuen Metrozüge über Internet abstimmen, der link von Népszabdság führt aufs Budapest-Portal, wo man dann links oben weiterklicken – könnte...., haham, denn es passiert nichts – zumindest bei mir nicht. Wahrscheinlich ist das Ganze von jenen programmiert, die gerade den Combino-Ausbau fertiggestellt haben und wo gart nichts funktioniert.

 1956 remembered - Part 12 

posted by Bela 12 years ago

Gyula Pauer plant Performance

Der Aktionskünstler Gyula Pauer plant für den 23. Oktober in der Dorottya Galerie eine Art Gegendenkmal zum offiziellen 56-Monument zu errichten bzw. zu installieren, das ja anstelle der ehemaligen Aufmarschtribüne am Dózsa-György-út gerade gebaut wird. Bei Pauer werden auf insgesamt 16 Stelen die erst jüngst entdeckten Aufnahmen des Amateurfotografen Zoltán Gazsi von den Kämpfen 1956 affichiert und von ihm übermalt werden.

 Science - Part 3 

posted by Bela Rasky 12 years ago

Morgan Stanley: Forschungszentrum in Budapest

Laut Népszabadság wird das internationale "Finanzdienstleistungsunternehmen" (ja, ja, so heißen sie jetzt, klingt ja toll, Finanzleistungsunternehmen, muss ich mir merken, damit ich mich nicht verplappere und was von wegen Finanzkapital sage) Morgan Stanley seine mitteleuropäische Serviceleistungen (aha!) einerseits und seine Forschungszentrale zum Modellieren seiner Aktiengeschäftstransaktionen nach Budapest verlegen: Das heißt Jobs für ca. einhundert MathematikerInnen.

Grund für die Verlegung war das hohe mathematische Ausbildungsniveau in Ungarn: zwei Prozent aller Beiträge in mathematischen Fachzeitschriften stammen von UngarInnen, das ist dreizehnmal soviel wie ihnen bevölkerungsmäßig "zustünde". Das Wirtschaftsministerium, das diese Investition fördert, erhofft sich in erster Linie die Rückkehr einiger ins Ausland abgedrifteter Spitzenfachleute nach Ungarn.

 

Budapest

A picture from the heydays of liberal Budapest - when a whole (though short) underground line could be built within two years. And M1, the famous "Földalatti", Budapest's yellow line, still works. I have never seen this image of the construction on Andrássy before, so be full of admiration - and I am not telling your where it is from...

The M1-line so is a memento to both: a liberal mayor (for what Budapest was capable of) and the Siemens company, who more than a hundred years ago was capable of producing faultless underground trams (not like today's Combino crap...)

Budapest has – together with St. Petersburg and Vienna – one of the largest tramway networks of the world. The tramway type "UV" – standing for "Új villamos - New tramway" and pictured above – was designed in the early forties and is still a symbol for Hungary's once high-tech railway-carriage industry. With the arrival of the new low-floor-trams in spring 2006 – built by Siemens in Vienna and not too beautiful – this landmark of Budapest will vanish from the cityscape.
György Petri: Imre Nagy

Du warst unpersönlich wie die anderen bebrillten Führer
im Sakko, deine Stimme war nicht metallen,
denn du wußtest nicht, was du eigentlich sagen solltest,
so unvermittelt den vielen Versammelten. Gerade das Plötzliche
war ungewohnt für dich. Du alter Mann mit dem Zwicker,
ich hörte dich, ich war enttäuscht.
Ich wußte noch nichts

vom Betonhof, wo der Staatsanwalt
das Urteil gewiß heruntergeleiert hat,
ich wußte noch nichts von der groben Reibung des Stricks, von der letzten Schmach.

Wer will sagen, was sagbar gewesen wäre
von jenem Balkon aus, Möglichkeiten, unter Maschinengewehren
verfeuert, kehren nicht zurück. Gefängnis und Tod
wetzen die Schärfe des Augenblicks nicht aus,

wenn der eine Scharte bekommen hat. Aber wir dürfen uns erinnern
an den zögernden, verletzten, unentschlossenen Mann,
der gerade seinen Platz zu finden schien,

als wir davon aufwachten,
daß man unsere Stadt zerschoß.

Übersetzt von Hans-Henning Paetzke

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