Zeitschriften in den Zeitschriften

posted by Amalia Kerekes on 2007/12/14 12:53

[ Kunstabteilung - Department of the Arts ]

Doppelverweis auf das Projekt "Review within rewiew": Im Dezemberheft der Pécser Literaturzeitschrift Jelenkor stellt sich das serbische  Fantom Slobode mit Essays, Gedichten und Erzählungen vor, und das Novemberheft der Salzburger Literatur und Kritik widmet ein 30 Seiten starkes Dossier den AutorInnen der Jelenkor.

Bei der Auswahl in Literatur und Kritik, die AutorInnen wie Parti Nagy, Esterházy, Darvasi, Kukorelly versammelt und sich zum Teil an der 1956er Revolution orientiert, sei ganz besonders auf den Auszug aus dem Roman Zehuze von András Forgách verwiesen, der in Briefform Ungarns und Israels Geschichte und die Wechselfälle der kommunistischen Überzeugung zwischen 1947 und 1976 erzählt. Dazu ein Zitat  aus dem Brief der in Israel lebenden Mutter an ihre nach Budapest gewanderte Tochter von 1957 in der Übersetzung von Éva Zádor:

"ich schäme mich nicht dafür, dass ich sofort in totale Panik verfallen bin, als ich hörte, dass es bei euch Streiks gibt, es scheint, man kann der Arbeiterklasse den Kopf noch mit Lügen verdrehen, egal ob der Rag von Groß-Budapest oder Klein-Budapest, was bleibt, sie streiken, wenn’s nicht nötig wäre, so ist die Konterrevolution mit Vollkomfort, Eisenhower und seine Leute sprechen jetzt schon offen aus, dass ihr Ziel nicht die Wahrheit ist, sondern to deter Communist Aggression in the Middle East, für die sind wir nur Aufmarschgebiet, ein lebendiges Schachbrett, living chess board, auf dem sie die Schachfiguren hin- und herschieben, da kann man schießen, bombardieren, kann man experimentieren, und wer ist hier bitte schön der communist Aggressor?"


Antworten

Budapest

A picture from the heydays of liberal Budapest - when a whole (though short) underground line could be built within two years. And M1, the famous "Földalatti", Budapest's yellow line, still works. I have never seen this image of the construction on Andrássy before, so be full of admiration - and I am not telling your where it is from...

The M1-line so is a memento to both: a liberal mayor (for what Budapest was capable of) and the Siemens company, who more than a hundred years ago was capable of producing faultless underground trams (not like today's Combino crap...)

Budapest has – together with St. Petersburg and Vienna – one of the largest tramway networks of the world. The tramway type "UV" – standing for "Új villamos - New tramway" and pictured above – was designed in the early forties and is still a symbol for Hungary's once high-tech railway-carriage industry. With the arrival of the new low-floor-trams in spring 2006 – built by Siemens in Vienna and not too beautiful – this landmark of Budapest will vanish from the cityscape.
György Petri: Imre Nagy

Du warst unpersönlich wie die anderen bebrillten Führer
im Sakko, deine Stimme war nicht metallen,
denn du wußtest nicht, was du eigentlich sagen solltest,
so unvermittelt den vielen Versammelten. Gerade das Plötzliche
war ungewohnt für dich. Du alter Mann mit dem Zwicker,
ich hörte dich, ich war enttäuscht.
Ich wußte noch nichts

vom Betonhof, wo der Staatsanwalt
das Urteil gewiß heruntergeleiert hat,
ich wußte noch nichts von der groben Reibung des Stricks, von der letzten Schmach.

Wer will sagen, was sagbar gewesen wäre
von jenem Balkon aus, Möglichkeiten, unter Maschinengewehren
verfeuert, kehren nicht zurück. Gefängnis und Tod
wetzen die Schärfe des Augenblicks nicht aus,

wenn der eine Scharte bekommen hat. Aber wir dürfen uns erinnern
an den zögernden, verletzten, unentschlossenen Mann,
der gerade seinen Platz zu finden schien,

als wir davon aufwachten,
daß man unsere Stadt zerschoß.

Übersetzt von Hans-Henning Paetzke

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