Kunstabteilung - Department of the Arts - Part 12

posted by Amalia Kerekes on 2006/12/23 17:31

[ Kunstabteilung - Department of the Arts ]

Das 2005 hauptsächlich von Autoren und Redakteuren der ungarischen Lettre Internationale gestartete Übersetzungsprojekt Babelmatrix umfasst mittlerweile fast 700 Kostproben aus den europäischen Literaturen und bietet schwerpunktmäßig 150 deutschsprachige Auszüge aus der neueren ungarischen Literatur.

Als erste Orientierungshilfe in der Übersetzungslogistik fungiert die Babelmatrix, die die zahlreichen Querverdingungen gleich durchsichtig macht und zu den Listen weiterführt, die besonders in der deutsch- und ungarischsprachigen Relation über die älteren und jüngsten Kanonisierungsprozesse Aufschluss geben. Dass dabei nebst klassischer und postklassischer ungarischer Erzählprosa auch die eher selten wahrgenommene ungarische Lyrik aufscheint, ist ein besonderes Verdienst der Homepage. Eine ganz persönliche Empfehlung zum Reinblättern wäre dennoch die groteske Minutennovelle Lernt Fremdpsrache! von István Örkény zur Babelistik im 20. Jahrhundert.


Antworten

Budapest

A picture from the heydays of liberal Budapest - when a whole (though short) underground line could be built within two years. And M1, the famous "Földalatti", Budapest's yellow line, still works. I have never seen this image of the construction on Andrássy before, so be full of admiration - and I am not telling your where it is from...

The M1-line so is a memento to both: a liberal mayor (for what Budapest was capable of) and the Siemens company, who more than a hundred years ago was capable of producing faultless underground trams (not like today's Combino crap...)

Budapest has – together with St. Petersburg and Vienna – one of the largest tramway networks of the world. The tramway type "UV" – standing for "Új villamos - New tramway" and pictured above – was designed in the early forties and is still a symbol for Hungary's once high-tech railway-carriage industry. With the arrival of the new low-floor-trams in spring 2006 – built by Siemens in Vienna and not too beautiful – this landmark of Budapest will vanish from the cityscape.
György Petri: Imre Nagy

Du warst unpersönlich wie die anderen bebrillten Führer
im Sakko, deine Stimme war nicht metallen,
denn du wußtest nicht, was du eigentlich sagen solltest,
so unvermittelt den vielen Versammelten. Gerade das Plötzliche
war ungewohnt für dich. Du alter Mann mit dem Zwicker,
ich hörte dich, ich war enttäuscht.
Ich wußte noch nichts

vom Betonhof, wo der Staatsanwalt
das Urteil gewiß heruntergeleiert hat,
ich wußte noch nichts von der groben Reibung des Stricks, von der letzten Schmach.

Wer will sagen, was sagbar gewesen wäre
von jenem Balkon aus, Möglichkeiten, unter Maschinengewehren
verfeuert, kehren nicht zurück. Gefängnis und Tod
wetzen die Schärfe des Augenblicks nicht aus,

wenn der eine Scharte bekommen hat. Aber wir dürfen uns erinnern
an den zögernden, verletzten, unentschlossenen Mann,
der gerade seinen Platz zu finden schien,

als wir davon aufwachten,
daß man unsere Stadt zerschoß.

Übersetzt von Hans-Henning Paetzke

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