Urban Life - Part 8

posted by Bela Rasky on 2006/03/12 20:48

[ Urban Life ]

Großartige Umbaupläne für Budapest gab es immer wieder - die dann auch sehr schnell im Orkus verschwanden, und alle - hopp-tropp - als Shopping-Centers wiederauftauchten, die von Bausäuen geplant wurden, und auch so ausschauen, wie wir wissen.

Den jüngsten Umbauplan präsentiert die FIDESZ, eine Partei, die sich konservativ (siehe dazu Blogs über die Wahlen) nennt, auf einer eigenen Homepage: Újbudapest, die bei mir nicht funktioniert, der Flash bleibt stecken, vielleicht geht's bei anderen - oder man braucht ein Password ("Orange"?). Wer weiss, aber es sagt alles über Ihre Träume aus, Herr Cséfalvai... Aber wenn man auf Épülettár geht, geht's auch. Da kann man dann Großes träumen: Schöne Fotomontagen helfen dabei (für die, die nicht so kreativ sind im Kopp....)

Wobei ich ja die Idee, den Autoverkehr der Elisabethbrücke unter die Kossuth Lajos út (oder utca, weiß ich jetzt nicht) zu verbannen hirnrissig finde (Autos im Tunnel, heute..., das reinste Selbstmordattentat), die Idee hingegen die Ringeisenbahn (zwischen Kelenföld und Keleti pu. z. B.) auf Stelzen zu stellen, und damit die Barriere zwischen bestimmten Bezirken aufzulösen, schön, ja grandios finde.

Die Idee die "Földalatti"(U-Bahn Linie 1) über eine Fußgängerbrücke nach Buda zu verlängern, ist natürlich wunderschön, allein den PlanerInnen fehlte der weitere Mut, denn warum bleibt sie dann am Clark-Ádám-tér (Kopf der Kettenbrücke in Buda) stehen: weiter damit unter der Burg (Schnelllifte zur Nationalbibliothek!!, Verkehrsanbindung der Burg, Eure WählerInnen, Kinder, Kinder, da wohnen sie doch alle!), und - husch, husch - weiter über den Krisztinaring zum Déli pu. - Moszkva-tér (OK, da wohnen sie nicht) und hinaus nach Hüvösvölgy, da wohnen sie doch wieder die WählerInnen, meine Lieben (ob die wohl ihre Karren stehen lassen, die vielen Neureichen?)- träumen, träumen, aber richtig.

Im übrigen hat Euer Blogger so was schon geplant. Haha, echt. Die "Földalatti" war ja 1896 schon grandios, und es ist auch heute, dann kamen leider die Stalinisten mit Ihrer Megalomanie und bauten die Metro, diese militaristische Energiesau mit den langen Rolltreppen usw., während die "Földalatti" direkt unter der Erde - energiefreundlichund sauber ist, High-Tech halt, OK ein paar Lifte gehören nachinstalliert, und schon ist sie behinderten- und altengerecht (Aber Demszky, weiss das - noch - nicht.)

Mein Plan übrigens (siehe unten, arg verkleinert, weil man hier irgendwie begrenzt ist, aber hier in voller voller Ausführlichkeit) war die M1 ab Vörösmarty tér entlang der Donau bis ca. Petőfi-Brücke zu verlängern, und dafür eine Linie gleichen Typs (Kleinprofil-Linie heißt das in Berlin, also U1 bis U4, während die Linien ab U5 sog. Großprofillinien sind - mehr dazu unter hier)namens M7 (konkret F/öldalatti/7 (um den Charakter der Linie als Typus 'Földalatti' auch in der Bezeichnung /man sagt nur: Saussure!/ klarzustellen) zwischen Hüvösvölgy über Tabán, Elisabethbrücke, Astoria, Josefstadt zu errichten.

Könnte mir aber hier einen Kompromiss mit den FIDESZ-KommunalpolitikerInnen vorstellen, bin aber entsetzt wie wenig, diese an die eigene Klientel denken. Noch mehr träumen, meine Herren (gibt hier keine Damen, weiss ich, wohne in dem Bezirk.... Verlängerung der M1 über Clark Ádám, "Várpalota" (Schnelllifte zur Bourgeosie in die Burg), Dózsa György tér, Déli pu., Moszkva tér, und weiter raus nach Pasarét (da sind sie alle, und sie kommen ganz ganz schnell in den Millenáris Park, und schreien dann, ganz wie es gefällt...)

Aber Újbudapest ist eine tote Hose, siehe Homepage - man sollte sie umtaufen: Óbudapest....

http://kakanienneu.univie.ac.at/static/files/27281/Grossprojekt-klein.gif


1 Attachment(s)

Antworten

Budapest

A picture from the heydays of liberal Budapest - when a whole (though short) underground line could be built within two years. And M1, the famous "Földalatti", Budapest's yellow line, still works. I have never seen this image of the construction on Andrássy before, so be full of admiration - and I am not telling your where it is from...

The M1-line so is a memento to both: a liberal mayor (for what Budapest was capable of) and the Siemens company, who more than a hundred years ago was capable of producing faultless underground trams (not like today's Combino crap...)

Budapest has – together with St. Petersburg and Vienna – one of the largest tramway networks of the world. The tramway type "UV" – standing for "Új villamos - New tramway" and pictured above – was designed in the early forties and is still a symbol for Hungary's once high-tech railway-carriage industry. With the arrival of the new low-floor-trams in spring 2006 – built by Siemens in Vienna and not too beautiful – this landmark of Budapest will vanish from the cityscape.
György Petri: Imre Nagy

Du warst unpersönlich wie die anderen bebrillten Führer
im Sakko, deine Stimme war nicht metallen,
denn du wußtest nicht, was du eigentlich sagen solltest,
so unvermittelt den vielen Versammelten. Gerade das Plötzliche
war ungewohnt für dich. Du alter Mann mit dem Zwicker,
ich hörte dich, ich war enttäuscht.
Ich wußte noch nichts

vom Betonhof, wo der Staatsanwalt
das Urteil gewiß heruntergeleiert hat,
ich wußte noch nichts von der groben Reibung des Stricks, von der letzten Schmach.

Wer will sagen, was sagbar gewesen wäre
von jenem Balkon aus, Möglichkeiten, unter Maschinengewehren
verfeuert, kehren nicht zurück. Gefängnis und Tod
wetzen die Schärfe des Augenblicks nicht aus,

wenn der eine Scharte bekommen hat. Aber wir dürfen uns erinnern
an den zögernden, verletzten, unentschlossenen Mann,
der gerade seinen Platz zu finden schien,

als wir davon aufwachten,
daß man unsere Stadt zerschoß.

Übersetzt von Hans-Henning Paetzke

> RSS Feed RSS 2.0 feed for Kakanien Revisited Blog Budapest

Calendar

Links