Stauffenberg

posted by Amalia Kerekes on 2009/02/27 11:45

[ Kunstabteilung - Department of the Arts ]

Mit dem Titel Stauffenbergs Geist, Hand, Bild und Umschrift der „Walküre“. Zur Geschichtsästhetik des 20. Juli 1944 anhand der Spielfilm-Inszenierung des Umsturzversuchs bei G. W. Pabst, Bryan Singer und anderen hält der Wiener Filmwissenschaftler Drehli Robnik einen Vortrag am 10. März um 16.00 am Germanistischen Institut der Eötvös-Loránd-Universität.

Kurzbeschreibung:

Beim Wandel filmischer und televisueller Inszenierungen des 20. Juli 1944 geht es um Bilder, die sichtbar machen, was jeweils als geschichtswirksam und ereignishaft zählen soll. Unter dem Aspekt der Geschichtsästhetik wird die Frage gestellt, in welchen Formen die nachwirkende NS-Vergangenheit zu einer Gegenwart in Beziehung gesetzt wird, und zwar als filmisches Bild – und das heißt: als Modulierung von Raum, Zeit, Handeln und Empfinden.
Die verzeitlichten Bilder des widerständig konspirativen Offiziers mit der Augenklappe und der Handprothese sind Verkörperungen von politischer Subjektivität: Beginnend 1948, zeigen uns zahlreiche Kino- und Fernseh-Bilder des 20. Juli jeweils Stauffenberg als Republikaner, Modernisierungsverächter oder Modelleuropäer, als transgressive Rebellenfigur, biopolitischen Normtypus oder kreativen Wissensarbeiter. Bryan Singers derzeit im Kino laufender Hollywood-Thriller Valkyrie – Operation Walküre mit Tom Cruise eröffnet die Möglichkeit, den Umsturzversuch als genuinen politischen Akt zu sehen: als Bestreitung einer Ordnung im Modus von Que(e)rung und Egalisierung, deren einzige Voraussetzung der (soziale, kulturelle, identitäre) Tod ist. Insofern zeichnen sich einige Korrespondenzen dieses jüngsten „Stauffenberg-Films“ zur Affektpolitik und Ereignislogik von G. W. Pabsts Es geschah am 20. Juli (BRD 1955) ab.

Vom Vortragenden jüngst erschienen: Geschichtsästhetik und Affektpolitik. Stauffenberg und der 20. Juli im Film 1948–2008. (240 S.) Verlag Turia + Kant, Wien 2009.


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Budapest

A picture from the heydays of liberal Budapest - when a whole (though short) underground line could be built within two years. And M1, the famous "Földalatti", Budapest's yellow line, still works. I have never seen this image of the construction on Andrássy before, so be full of admiration - and I am not telling your where it is from...

The M1-line so is a memento to both: a liberal mayor (for what Budapest was capable of) and the Siemens company, who more than a hundred years ago was capable of producing faultless underground trams (not like today's Combino crap...)

Budapest has – together with St. Petersburg and Vienna – one of the largest tramway networks of the world. The tramway type "UV" – standing for "Új villamos - New tramway" and pictured above – was designed in the early forties and is still a symbol for Hungary's once high-tech railway-carriage industry. With the arrival of the new low-floor-trams in spring 2006 – built by Siemens in Vienna and not too beautiful – this landmark of Budapest will vanish from the cityscape.
György Petri: Imre Nagy

Du warst unpersönlich wie die anderen bebrillten Führer
im Sakko, deine Stimme war nicht metallen,
denn du wußtest nicht, was du eigentlich sagen solltest,
so unvermittelt den vielen Versammelten. Gerade das Plötzliche
war ungewohnt für dich. Du alter Mann mit dem Zwicker,
ich hörte dich, ich war enttäuscht.
Ich wußte noch nichts

vom Betonhof, wo der Staatsanwalt
das Urteil gewiß heruntergeleiert hat,
ich wußte noch nichts von der groben Reibung des Stricks, von der letzten Schmach.

Wer will sagen, was sagbar gewesen wäre
von jenem Balkon aus, Möglichkeiten, unter Maschinengewehren
verfeuert, kehren nicht zurück. Gefängnis und Tod
wetzen die Schärfe des Augenblicks nicht aus,

wenn der eine Scharte bekommen hat. Aber wir dürfen uns erinnern
an den zögernden, verletzten, unentschlossenen Mann,
der gerade seinen Platz zu finden schien,

als wir davon aufwachten,
daß man unsere Stadt zerschoß.

Übersetzt von Hans-Henning Paetzke

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