Kunstabteilung - Department of the Arts - Part 15

posted by Amalia Kerekes on 2007/01/19 10:17

[ Kunstabteilung - Department of the Arts ]

Kunstprodukte gesucht für eine CD-ROM zum Thema Regionalität, kulturelle Techniken, Wissenschaftsbilder in der Kultur um 1900 und in der Zwischenkriegszeit! Die CD-ROM, die im Rahmen des gleichnamigen germanistischen Projekts Ende 2007 im Budapester Gondolat Verlag erscheinen soll, versammelt aus dem Zeitraum 1867-1933 publizistische Texte zu Schwerpunkten wie Schriftlichkeit/Mündlichkeit, Arbeiterkultur, Handwerk und Lektüre sowie körperliche, optische und akustische Besetzung der Stadt, die um weitere Materialien aus dem Bereich der Neuen Medien erweitert werden sollen.

Auf der Homepage des gemeinsamen Projekts der Budapester, Pécser und Szegediner Germanistiken sind bereits zahlreiche Informationen und Textproben zur Gestaltung der CD-ROM zu finden. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen, an diesem wissenschaftlich-künstlerischen Unternehmen teilzunehmen (Einreichfrist: Ende Mai 2007).

Zum Profil der CD-ROM ein hoffentlich informativer Hinweis: Als Möglichkeit für die gemeinsame Diskussion der optischen und akustischen Umsetzung textueller Vorlagen oder schlichtweg des Weiterschreibens findet Ende Februar und Anfang Mai das Seminar Optik und Akustik In-Team am Germanistischen Institut der Eötvös-Loránd-Universität statt (geleitet von Katalin Teller und mir), das wiederum offen für interessierte KünstlerInnen und WissenschafterInnen steht. Weiter unten die Kursbeschreibung und die Lektüreliste.

Das Blockseminar steht durchaus im Zeichen der angewandten Produktionsästhetik: Im Anschluss an das Projekt des Lehrstuhls Regionalität, kulturelle Techniken, Wissenschaftsbilder in der Kultur um 1900 und in der Zwischenkriegszeit sollen nach einer gemeinsamen Lektürephase optische und akustische Materialen hervorgebracht werden, die das Wechselspiel von Wissenschaft und Kultur zum Thema haben. Gedacht haben wir dabei unter anderem an Montagen, Ton- und Videoaufnahmen, Homepage- und Ausstellungsentwürfe, belletristische und publizistische Versuche, die aufgrund ungarisch- und deutschsprachiger Textzeugnisse aus beiden Zeiträumen neue mediale Verbindungen, Rekonstruktionsmöglichkeiten, Adaptierungen erproben. In der ersten Hälfte des Blockseminars werden wir einige mögliche textuelle Ausgangspunkte interpretieren, in der zweiten die fertigen Produkte gemeinsam besprechen, die anschließend auf einer CD-ROM erscheinen sollen.


21. Februar 2007

I. Media pur

    Karl Kraus: Das technoromantische Abenteuer, in: Die Fackel v. Mai 1918, H. 474-483, S. 41-45,
    Christian Morgenstern: Aus dem Anzeigenteil einer Tageszeitung aus dem Jahre 2407,
    Oskar Maurus Fontana: Illustriertes, in: Der Tag v. 1. Dezember 1929,
    Egon Friedell: Lehrmittel, in: Die Weltbühne v. 25. April 1918,
    Lázár István: A hatalmas parány, in: Pesti Hírlap v. 11. Juni 1922

II. Disziplinierung der Sinne

    Darvas József, Bálint György, Dr. Jahn Ferenc, Forgács Antal: Visegrádi utca 20–24., in: Gondolat 1936, S. 90–102,
    Ernst Bloch: Indianerroman und Fascismus, in: Frankfurter Zeitung, Literaturblatt, Nr. 51 v. 20. Dezember 1931,
    Dienes Valéria: Müvészet és testedzés, in: Magyar Iparmüvészet, 1915/7-8, S. 226-227 u. 237

22. Februar 2007

I. Besatzungsmächte

    Peter Paul Schmitt: Berliner Städtebausündendämmerung, in: Die Weltbühne v. 19 Juni 1919,
    Paul Scheerbart: Glasarchitektur, 1914 [Auszüge – Abschnitte I, XVIII, XLVI, XLVII, L, LI, LII, LVI, LXXIV, LXXVI, LXXVII, LXXXIV, CII-CXI] – s. http://gutenberg.spiegel.de/scheerba/glas/glas.htm ff.,
    Hans Reimann: Das Anatomische Museum, in: Frankfurter Zeitung, v. 28. April 1922,
    Michael Révész: Ein kommunistisches Proletariermuseum, in: Pester Lloyd v. 31. Mai 1919,
    Theodor Herzl: Wurstelprater, in: Neue Freie Presse v. 20. September 1896

II. Straßenlayout

    Dömötör István: Az utca képeskönyve, in: Magyar Iparmüvészet, September 1903. S. 225-228,
    Peter Altenberg: Fünf-Kreuzer-Tanz, in: Prodromos, Berlin, 1906 – s. http://gutenberg.spiegel.de/altenbrg/prosaskz/5kreuzer.htm,
    Alfred Döblin: Plakate, in: Vossische Zeitung v. 1. Juli 1919

23. Februar 2007

I. Firlefranzisierung der Sinne

    Alfred Polgar: Schreibmaschine, in: Prager Tagblatt v. 1. Oktober 1922,
    Franz Lehár: Oper und Operette, in: Pester Lloyd v. 8. März 1925,
    Stephan Ehrenzweig: Aetherwellen-Musik, in: Die Weltbühne v. 4. Oktober 1927,
    Illés Pollák: Das stählerne Zeitalter, in: Pester Lloyd v. 5. März 1927,
    Franz Blei: Die Zeitlupe, in: Der Tag v. 10. Juli 1927,
    Hermann Bahr: Colour Music, in: Die Zeit v. 10. August 1895

2.-4. Mai 2007

Präsentation und Besprechung der Seminarprodukte


Antworten

Budapest

A picture from the heydays of liberal Budapest - when a whole (though short) underground line could be built within two years. And M1, the famous "Földalatti", Budapest's yellow line, still works. I have never seen this image of the construction on Andrássy before, so be full of admiration - and I am not telling your where it is from...

The M1-line so is a memento to both: a liberal mayor (for what Budapest was capable of) and the Siemens company, who more than a hundred years ago was capable of producing faultless underground trams (not like today's Combino crap...)

Budapest has – together with St. Petersburg and Vienna – one of the largest tramway networks of the world. The tramway type "UV" – standing for "Új villamos - New tramway" and pictured above – was designed in the early forties and is still a symbol for Hungary's once high-tech railway-carriage industry. With the arrival of the new low-floor-trams in spring 2006 – built by Siemens in Vienna and not too beautiful – this landmark of Budapest will vanish from the cityscape.
György Petri: Imre Nagy

Du warst unpersönlich wie die anderen bebrillten Führer
im Sakko, deine Stimme war nicht metallen,
denn du wußtest nicht, was du eigentlich sagen solltest,
so unvermittelt den vielen Versammelten. Gerade das Plötzliche
war ungewohnt für dich. Du alter Mann mit dem Zwicker,
ich hörte dich, ich war enttäuscht.
Ich wußte noch nichts

vom Betonhof, wo der Staatsanwalt
das Urteil gewiß heruntergeleiert hat,
ich wußte noch nichts von der groben Reibung des Stricks, von der letzten Schmach.

Wer will sagen, was sagbar gewesen wäre
von jenem Balkon aus, Möglichkeiten, unter Maschinengewehren
verfeuert, kehren nicht zurück. Gefängnis und Tod
wetzen die Schärfe des Augenblicks nicht aus,

wenn der eine Scharte bekommen hat. Aber wir dürfen uns erinnern
an den zögernden, verletzten, unentschlossenen Mann,
der gerade seinen Platz zu finden schien,

als wir davon aufwachten,
daß man unsere Stadt zerschoß.

Übersetzt von Hans-Henning Paetzke

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