Erinnerung | Memory - Part 68

posted by PP on 2007/02/25 19:01

[ Erinnerung | Memory ]

Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) hat die Simon Wiesenthal Lectures eingeführt. Die erste hält nun OMER BARTOV über Die letzten Tage von Buczacz: Die Zerstörung einer multi-ethnischen Stadt (08.03.2007, 19.00 Uhr; Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, A-1010 Wien).
In seinem Vortrag beschäftigt sich Omer Bartov mit der Art und Weise, in der sich Ukrainer, Polen und Juden an den Holocaust in der einst multiethnischen Stadt Buczacz erinnern – dem Geburtsort Simon Wiesenthals (sowie Omer Bartovs Mutter). Vormals in der österreichisch-ungarischen Provinz Galizien gelegen, später dann in den Ostgebieten Polens und jetzt in der Westukraine, war Buczacz viele Jahrhunderte lang durch die ethnische und religiöse Vielfalt seiner Bevölkerung gekennzeichnet. Während des Zweiten Weltkriegs ermordeten die Nazis die gesamte jüdische Bevölkerung, während die polnischen Einwohner Opfer ethnischer Säuberungen durch die ukrainischen Nationalisten und die sowjetischen Behörden wurden. Anhand schriftlicher und mündlicher Berichte von Opfern und Überlebenden dieser Ereignisse untersucht Omer Bartov das Verhältnis von Erinnerung und Geschichte, von Einzelschicksalen und großen historischen Veränderungsprozessen und liefert Argumente für die heilende Wirkung der Vergangenheitserinnerung und -bewältigung. Der Vortrag wird von zahlreichen Bildern von Buczacz und der Forschungstätigkeit Omer Bartovs in dieser Stadt begleitet.

Omer Bartov, Prof. Ph.D., ist Professor für Europäische Geschichte an der Brown University in Providence, Rhode Island, USA. Er ist Empfänger von Stipendien des Radcliffe Institute for Advanced Study in Harvard sowie der Guggenheim-Stiftung und war auch Junior Fellow an der Society of Fellows in Harvard, Visiting Fellow am Davis Center in Princeton und Alexander von Humboldt Fellow. Bartov wurde 2005 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Derzeit ist er Fellow an der American Academy in Berlin, Hans Arnhold Center. Omer Bartov ist Mitglied des zukünftigen Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI).
Publikationen (Auswahl): Hitler’s Army: Soldiers, Nazis, and War in the Third Reich, 1991; Murder in Our Midst: The Holocaust, Industrial Killing, and Representation, 1996; Mirrors of Destruction: War, Genocide, and Modern Identity, 2000; Germany’s War and the Holocaust: Disputed Histories, 2003; The “Jew” in Cinema: From The Golem to Don’t Touch My Holocaust, 2005; ERASED: Vanishing Traces of Jewish Galicia in Present-Day Ukraine, erscheint im September 2007.


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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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