Netzwerke | Networks - Part 27

posted by PP on 2007/01/21 13:50

[ Netzwerke | Networks ]

Rudolf Maresch hat bei Telepolis einen lesenswerten Artikel mit dem Titel Die Bühnen des Mobs und der Wichtigtuer. Die digitale Revolution entlässt ihre Kinder ins Mitmach-Web verfasst, in dem er einen Überblick (inkl. Links) hinsichtlich des allerorts so brav gehypten Begriffs vom Web 2.0 gibt.
Vor allem die Verortung der diversen Begrifflichkeiten und die Darstellung ihrer Einbindung in Geschäftsmodelle, schließlich auch die Hinweise auf Fragen der Kulturtechniken und wie selbstverständlich der digitalen Interaktionen unterschiedlichster Weise, dabei die Frage der Kollektivierungstendenzen nicht vergessend ... Mareschs Text ist die Lektüre wert. Sein Wunsch nach eindeutiger Identifizierung - den er auch als solchen klassifiziert - wird jedoch gewisslich genau das bleiben.




Weitere aktuelle Links zum Thema Web 2.0:




Und damit die "Optimale Informationsvorenthaltung als Strategem wissenschaftlicher Kommunikation" zumindest etwas unterlaufen wird, darf der Hinweis auf den kürzlich online gestellten und entsprechend übertitelten Text [.pdf] von Gerhard Fröhlich (im Print erschienen in: Zimmermann, Harald H. and Schramm, Volker [Eds.]: Proceedings 6. Prague: 1998, pp.535-549) nicht fehlen:

Funktionstüchtige Wissenschaftskommunikation, offene Kritik, freie kognitive Konkurrenz, sind kein Beiwerk 'eigentlicher wissenschaftlicher Methoden', sondern für wissenschaftliche Rationalität unverzichtbar. Die weit verbreitete Grundannahme, dass Wissenschaftler andere Wissenschaftler bestmöglich informieren möchten und dies Sinn und Zweck der Wissenschaftskommunikation sei, sollte kritisch untersucht werden, v.a. auf der Basis von Konzepten und Befunden aus der Wissenschaftsforschung.
Science and scientific objectivity do not (and cannot) result from attempts of an individual scientist to be 'objective', but from the "friendly-hostile" (Popper) cooperation of many scientists. The public character of scientific methods is constituted by free criticism and free cognitive competition. But the optimistic belief that scientists want to inform each other efficiently must be questioned, based upon concepts and findings of social studies of science.
Fröhlich schrieb schon 1996 über "Netz Euphorien: Zur Kritik digitaler und sozialer Netz(werk)metaphern" (in Schramm, Alfred (Ed.): Philosophie in Österreich. Wien: Hölder-Pichler-Tempsky, pp. 292-306) [.pdf], das Abstract lautet nun bei E-prints wie folgt:
In diesem Aufsatz werden unter anderem Computernetzwerke bzw. das Internet einer kritischen Betrachtung unterzogen. Es zeigt sich, dass die Existenz des Internets nicht automatisch die Auflösung räumlicher Ungleichheiten sowie einen freien Fluss der Informationen hervorruft. Weiters zeigt sich, dass Wissenserwerb wohl auch in Zukunft nicht mühelos zu haben sein wird.
This paper provides a critical consideration of computer networks and the Internet. It argues that the Internet does not compensate spatial disparities per se. Moreover, it is not guaranteed that the Internet will enable a free flow of information. Additionally, the aquisition of knowledge will still remain a complex and elaborate task.




Wo schon alles so durcheinandergeht: Auf einen der oben angeführten (nun nachträglich eingefügten) Links sei mit einem kurzen Zitat noch verstärkt hingewiesen, auf den Blog Jan Hodels, der gero von Randows Bezugnahme auf McLuhans Theoreme aufgreift:

Er bezieht sich auf McLuhan, wonach die Medien nicht durch Inhalte, sonder durch ihre Form die Gesellschaft gestalteten. Andererseits seien es doch die immer gleichen menschlichen Bedürfnisse, die sich in neuen Figurationen (nach Elias) äusserten. [...] Die wesentliche Frage bleibt meines Erachtens unbeantwortet: Wer verändert wen? Verändern die Medien die kommunikativen Praktiken und sozialen Beziehungen und mithin die Gesellschaft? Oder die Gesellschaft die Nutzung und damit die Form der Medien? Und da beides wahr ist: wie geschieht das jeweilige im Bezug zum anderen? Wie lassen sich diese Prozesse unterscheiden und in ihrer Wechselwirkung beschreiben?


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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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