Bücher | Books - Part 110

posted by PP on 2006/12/14 01:02

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"Innerhalb der durchaus zum Nebulösen neigenden Studien über Grenzen und Grenzräume gehört
Hans-Christian Maner (Hg.): Grenzregionen der Habsburgermonarchie im 18. und 19. Jahrhundert. Ihre Bedeutung und Funktion aus der Perspektive Wiens. Münster: Lit-Verlag 2005 (Mainzer Beiträge zur Geschichte Osteuropas 1), 256 pp.
[ISBN 3-8258-8032-x; EUR 29,90,-]
zu den empirisch gesättigten und in der Anlage gut geplanten." - lautet das Urteil von Dietmar Müllers Rezension, das er trotz einigen Abstrichen gegen Ende hin aufrecht hält.
Insbesondere stellt der Band eine wertvolle, da auf die Grenzregionen focussierte Ergänzung zu dem von Waltraut Heindl und Edith Sauer herausgegebenen Sammelwerk [Heindl, Waltraut V.; Sauer, Edith (Hgg.), Grenze und Staat. Passwesen, Staatsbürgerschaft, Heimatrecht und Fremdengesetzgebung in der österreichischen Monarchie 1750–1867, Wien 2000; Anm.] zum Passwesen, der Staatsbürgerschaft sowie zum Heimatrecht und Fremdengesetzgebung der österreichischen Monarchie dar.
Territorial spannt der Band einen weiten Bogen am Nordost- und Süd(ost)rand des Habsburgerreiches von Schlesien und Böhmen, über Galizien, die Bukowina und das Banat, hin zu Lombardo-Venetien, Bosnien-Herzegowina und Dalmatien sowie Tirol. Der gewählte zeitliche Rahmen – im Wesentlichen ab 1740 bis 1918 – ergibt sich aus den zentralisierenden Bestrebungen im Zeichen des aufgeklärten Absolutismus seit Maria Theresia und der Auflösung der Habsburger Monarchie mit dem Ende des Ersten Weltkrieges.
Kritik wie Resümee:
Abgesehen von zahlreichen Erwähnungen, diese oder jene Region habe in der einen oder anderen Hinsicht eine Laboratoriumsrolle für das Wiener Zentrum gespielt, lässt der Band auf der anderen Seite synthetisierende Überlegungen darüber vermissen, was die mehr oder weniger peripheren Regionen Wien zu bieten hatten. Die Rolle der Grenzregionen als Ort administrativer Feldversuche kann jenseits des Stolzes eine Vorreiterrolle gespielt zu haben, durchaus als Indiz für die Unfähigkeit des Zentrums gedeutet werden, notwendige Modernisierungsmaßnahmen auch in den zentralen Regionen rechtzeitig durchzuführen. Eine Bilanz solcher regionaler Feldversuche müsste auch die sozialen und wirtschaftlichen Kosten abgebrochener und fehlgeschlagener Projekte mit einbeziehen und würde wohl auch im Sinne Clewings für viele der Grenzregionen durchaus ambivalent ausfallen.

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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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