Verbrieftes Recht

posted by PP on 2008/10/06 09:10

[ Literatur | -e ]

Janko Ferk (cf. dazu diesen Eintrag) wird Mitte Oktober ein neues Buch herausbringen:

Janko Ferk: Brief an den Staatsanwalt. Eine forensische Novelle. Wien: Edition Atelier 2008, 100 pp.

Über einen sechsunddreißigjährigen Mann wird wegen des dringenden Verdachts, er habe eine schwere Straftat begangen, die Untersuchungshaft verhängt. Am Ende Voruntersuchungen wird die Entscheidung des Staatsanwalts zu stehen kommen, ob Anklage zu erheben oder das Verfahren einzustellen ist. Der Untersuchungshäftling und Ich-Erzähler will einem allfälligen Prozess vorgreifen, mit dem Staatsanwalt ein "persönliches Verfahren" führen und schreibt ihm einen "Riesenbrief" - die einzige Möglichkeit, die er sieht, mit seinem potentiellen Ankläger unmittelbar in eine Beziehung zu treten.

Der Briefschreiber formuliert frei von Affekten, so klar und prägnant  - wenn nicht schon berechnend - wie ihm möglich, steht für ihn doch seine Freiheit auf dem Spiel. Der Brief erzählt ein Leben zwischen zwei Brennpunkten, die vor und nach der Abfassung des Schreibens liegen: er beginnt in aufgeregtem Ton in der Vergangenheit und endet mit Beruhigung und Erleichterung in der Zukunft, im überraschenden Schluss.

 

 

Janko Ferk studierte an der Universität Wien Rechtswissenschaften. Er ist Jurist, Schriftsteller und Lehrbeauftragter für Philosophie. Für seine literarischen Arbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Er veröffentlicht regelmäßig juristische Beiträge. In der Edition Atelier erschien zuletzt die Monographie Recht ist ein "Prozeß". Über Kafkas Rechtsphilosophie. Zu seiner tatsächlich letzten Publikation, Wie wird man Frank Kafka? Drei Essays, cf. diesen Eintrag.


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Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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