Am Tummelplatz der Geistesblitze

posted by PP on 2008/09/16 10:14

[ Literatur | -e ]

Wenn Sprachen unglücklich werden (dochdoch, soll es geben), erinnert man sich gerne der Zeiten, als das noch ganz anders war: Heute ist es auch schon wieder 100 Jahre her, dass Friedrich Ephraim Kantor, besser bekannt als Friedrich Torberg, in Wien geboren wurde. Und die wohl bekanntesten Versatzstücke, die eingebracht werden, so von und mit ihm gehandelt wird, sind der absolviert habende Schüler Gerber, die mit Anekdoten und Weisheiten bestens ausgerüstete Tante Jolesch, der unsinnige Brecht-Boykott (den er in Tateinheit mit Hans Weigel ein paar Jahre durchsetzen konnte) und der Umstand, dass er als Wasserballspieler fast so begabt gewesen sein soll wie als Feuilletonist und Kritiker. Womit auch wir es auch schon wieder nicht anders gehalten haben. Und selbstverständlich reicht dies alles bei weitem nicht hin, zuviel an Spannendem wie Widersprüchlichem gab und gibt es im Leben und Schaffen dieses Mannes. Empfehlenswert scheint es denn, sich bei ausgewiesenen KennerInnen zu informieren: Daniela Strigls Standard-Beitrag "Geistesblitzdichter und Korrespondenz-Künstler" wäre hier zu nennen. Weiters ist zu verweisen auf...

... Gerhard Stadelmaiers Artikel für die FAZ: "Le tummelplatz, c'est moi". Und gerne hätten wir nun auch noch Oliver Pfohlmanns Würdigung "Der Letzte der Wiener Moderne" verlinkt - diese ist jedoch ausschließlich auf Seite 27 der NZZ vom 16.09.2008 zu lesen; ein diesem Tag angemessener Besuch in einem brauchbaren Kaffeehaus mit entsprechender Zeitungsauswahl bietet sich also in doppelter Hinsicht an.

Vielleicht ergibt sich aber auch ab morgen die Möglichkeit eines Besuchs im Jüdischen Museum der Stadt Wien, in dem die Ausstellung über die "Gefahren der Vielseitigkeit" zu sehen ist (ein informativer Flyer im .pdf findet sich auch).

 


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Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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