Eric J. Hobsbawm

posted by PP on 2008/01/22 10:43

[ Science- | -Politics ]

Eric J. Hobsbawm (Wikipedia: D | E), zuletzt anlässlich seines 90. Geburtstags(cf. auch hier) ho. personenbezogen erwähnt, hat gestern die Wiener Ehrenbürgerschaft verliehen bekommen. Heute (19.00 Uhr, Wiener Rathaus, Festsaal, Feststiege 1) findet anlässlich dieses so begrüßenswerten Umstands eine "Wiener Vorlesung" statt, bei der Gerhard Botz, Hubert Christian Ehalt, Jürgen Kocka und Ernst Wangemann referieren - und Hobsbawm himself den Kommentar beisteuert.

Folgende Beiträge finden sich aktuell online:

Wolfgang Huber-Lang (APA) im Gespräch mit EJH bei science.orf.at: Historiker Hobsbawm - Europa auf absteigendem Ast

Hubert Christian Ehalt mit einer Laudatio in der Presse: Analytiker des 20. Jahrhunderts: Interessante, mörderische Zeiten

Klaus Taschwer im Gewspräch mit EJH im Standard: "Waren eh die reinen Lamperln"

Bilder von Matthias Cremer in dessen Photoblog anlässlich des obgenannten Interviews. MC fasst die dazu vorliegenden Postings so zusammen:

Hobsbawm ist symphatisch, nett, blitzgescheit und
a) ein Kommunist (einfach so)
b) trotzdem Kommunist
c) deswegen Kommunist

Gut gegeben - und dann fällt mir natürlich noch mein eigener kleiner Beitrag ein, den ich unbescheiden hier mit anführe: "Nationen, Traditionen und Geschichten. Miszelle zu Eric J. Hobsbawm" [.pdf / Abstract]

 


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01 by Katalin Teller at 2008/01/23 16:41 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
1 replies (click to show/hide)
Die Veranstaltung hat mich angesichts meines Ursprungslandes ausgesprochen nachdenklich gestimmt: Sie wäre nämlich völlig unvorstellbar etwa 80 km von Wien Richtung Osten. Das öffentliche Sich-Bekennen zum Marxismus, ja zum Kommunismus sowie dessen offizielle Ehrung in einem festlich beleuchteten und fast zum Platzen überfüllten Saal eines Rathauses würden auf den besagten Breiten einem doppelten, d.h. vom Geehrten und dem Ehrenden begangenen Selbstmord gleichkommen.
01 by PP at 2008/01/23 18:36 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
So etwas braucht eben seine Zeit und man wird natürlich nicht aus einer "Westperspektive" Mosonmagyaróvár und dessen Hinterland die Festbeleuchtung Wiens ankreiden können... Im Ernst und ganz abgesehen davon, dass Marxismus und Kommunismus zu trennen nach wie vor notwendig ist: Es ließe und lässt sich auch der große Historiker würdigen, der dem Prädikat "Polyhistor" durchaus gerecht zu werden vermag. Und ohne dass nun Rechtfertigungszwang vorliegen würde: Der englische Marxismus weist durchaus seine eigenen Traditionen und Spezifika auf - auch ist der gesamte politische Hintergrund Englands wie Großbritanniens ein anderer als jener in den vormals sozialistischen Staaten des Warschauerpakts. Für Hobsbawm ist etwa (cf. auch p.3 meiner oben wie hier verlinkten Miszelle) der Marxismus "ein Instrument zur Veränderung der Welt durch Wissen". Unabdingbare Voraussetzung ist für EJH die unablässige Reflexion des eigenen Handelns und Denkens - unabhängig davon, ob einem die jeweiligen Ergebnisse dann gefallen oder nicht. Und ganz abgesehen von den heftigen Polemiken EJH's gegen die diversen Erscheinungen des Vulgärmarxismus - oder auch wie man nun zu seinen politischen Überzeugungen stehen mag: Die Ehrung galt/gilt dem Mann und seinem mehr als beeindruckenden Lebenswerk. Interessant daran ist, dass es eben genau seine Sicht auf den Marxismus ist, die diese Vielfältigkeit in ihrer stupenden Klugheit - vom wissenschaftlichen Eifer einmal abgesehen - zu evozieren vermochte. Dass die politischen Koinzidenzen "80 km von Wien Richtung Osten" fast zwangsläufig weniger Spielräume lassen ... d'accord, aber so liberal-weltläufig ist Wien und insbesondere Österreich nun auch nicht alle Tage.

Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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