Sport | -s - Part 33

posted by peter on 2007/09/28 13:23

[ Sport | -s ]

Zwei - nicht nur, aber auch vor dem Hintergrund der nach wie vor nicht wirklich intensiven Sportforschung betreffend "Osteuropa" - offensichtlich exzeptionell lesenswerte Sammelbände verhandelt Lu Seeger (Historisches Institut/SFB 434 Erinnerungskulturen, Justus-Liebig-Universität Gießen) in ihrer Rezension auf H/Soz/u/Kult:

  • Malz, Arie; Rohdewald, Stefan; Wiederkehr, Stefan (Hrsg.): Sport zwischen Ost und West. Beiträge zur Sportgeschichte Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert. Osnabrück: fibre (Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau) 2007, 377pp.
    [ISBN 978-3-938400-15-9; EUR 35,00,-]
  • Braun, Jutta; Teichler, Hans Joachim (Hrsg.): Sportstadt Berlin im Kalten Krieg. Prestigekämpfe und Systemwettstreit. Berlin: Christoph Links 2006, 400pp.
    [ISBN 3-86153-399-5; EUR 29,90,-]

Einleitend stellt Seegers gleich einmal fest:

Der Sport nimmt als Massenphänomen und Medienereignis - insbesondere bei Fußballweltmeisterschaften und Olympischen Spielen - einen festen Platz in der Alltagskultur ein. In jüngster Zeit hat er zunehmend auch in der Kultur- und Geschichtswissenschaft an Bedeutung gewonnen. Die Sportgeschichte in Osteuropa blieb jedoch bislang ebenso unterbelichtet wie das Verhältnis von Sport und Stadt. Die beiden Sammelbände versuchen diese Forschungslücken zu füllen.

Zum oben erstgenannten Buch meint sie:

Der Band ist in die Bereiche "Sport und Politik in internationalen Netzwerken", "Nation, Identität und Sport" und "Sport, Körper und Geschlecht" unterteilt und bietet eine eindrucksvolle Bandbreite an Themen und Sportarten [...] Insgesamt liefert der Sammelband von Malz, Rohdewald und Wiederkehr zu einer osteuropäischen Kulturgeschichte des Sports ebenso neue wie interessante Anhaltspunkte und Ideen - allerdings bleibt auch er in Teilen der Sowjetunion verhaftet.

Der zweite angeführte Band lässt sich hinsichtlich seiner Ambitionen ebenfalls umreißen:

Ziel der Autoren ist es, die bisher vernachlässigte Perspektive des städtischen Raums am Beispiel von Berlin während des Kalten Krieges in den Blick zu nehmen. Berlin bietet sich besonders an, weil die Stadt das geographische und politische Zentrum der Systemkonkurrenz markierte und beide Seiten das Erbe und Etikett der Sportstadt gleichermaßen für sich zu vereinnahmen suchten.

Die Beiträge wie die Anlage des Bandes insgesamt erweisen sich "nicht zuletzt als wirksame Sonde, um den mental maps der Menschen abseits des offiziellen Sportverkehrs nachzuspüren." Und davon ausgehend wie zusammengefasst:

Während der Sammelband von Arié Malz, Stefan Rohdewald und Stefan Wiederkehr kulturgeschichtlich angelegt ist, folgt der Band von Braun und Teichler eher der konventionellen gleichwohl mit neueren Ansätzen der Stadtgeschichte angereicherten Sportgeschichtsschreibung. Beide Bände sind vor allem da stark, wo der "Eigensinn" des Sports, seine Aneignungspotenziale durch die Fans und Zuschauer und die daraus resultierenden Rückwirkungen auf die Politik herausgearbeitet werden.

Antworten

Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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