Erinnerung | Memory - Part 71

posted by PP on 2007/06/11 14:15

[ Erinnerung | Memory ]

Zwischen moralischer Instanz und Ökonomie der Aufmerksamkeit: Gedächtnis und Öffentlichkeit
wird der Titel jenes Podiumgesprächs sein, das im Rahmen der Vorlesung "Nationalsozialismus und Gedächtniskultur: Österreich im europäischen Kontext" für nächste Woche (20.6.2007, 12.00-13.30 Uhr; Neues Institutsgebäude, Universitätsstraße 7, HS II) angesetzt ist.
Die Veranstaltung des IfZG in Kooperation mit dem IFK und der KKT wird von Heidemarie Uhl moderiert und bringt folgende TeilnehmerInnen ins Gespräch: ...
  • Aleida Assmann, Universität Konstanz, derzeit Gast des IFK Internationales
    Forschungszentrum Kulturwissenschaften
  • Marianne Enigl, Profil
  • Peter Lachnit, ORF Ö1
  • Oliver Hochadel, Wissenschaftsjournalist, Heureka
  • Charles Ritterband, Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung

Thematische Skizze zur mittäglichen Veranstaltung:

Mit der Waldheim-Debatte 1986 ist die Frage des Umgangs mit der NS-Vergangenheit in Österreich auf die Bühne des öffentlichen Diskurses getreten. Mehr als 20 Jahre danach hat sich Gedächtnis nicht allein als Fixpunkt auf der medialen Agenda etabliert, vielmehr: die Initiativen im Feld der Erinnerungspolitik und Gedächtniskultur folgen zunehmend den Logiken des Medialen, d.h. vor allem auch der Konkurrenz um die knappe Ressource Aufmerksamkeit.
Steht damit die Funktion von Gedächtnis als moralischer Instanz, als Instrument politischer Aufklärung zur Disposition? Beeinflussen die Vorgaben einer Ökonomie der Aufmerksamkeit auch die wissenschaftliche Forschung, wird der Erfolg wissenschaftlichen Arbeitens nicht zunehmend an der medialen Präsenz, dem erfolgreichen Agieren in der Konkurrenz um die knappe Ressource Aufmerksamkeit gemessen?
Als Indikator für diese Entwicklung erweisen sich Gedenktage und -jahre – wie das kommende Jahr mit seinen historischen Bezugspunkten 1918 und 1938.
An diesen Aufmerksamkeitsfenstern orientieren sich auch die wissenschaftlichen Akteure – eine Fülle von Veranstaltungen, Publikationen, Ausstellungen ist zu erwarten, zusätzliche öffentliche Förderungen werden erhofft.
Im Vorfeld des Gedenkjahres 2008 über die gegenwärtigen Rahmenbedingungen und die Zukunftspotentiale von Gedächtnis zu reflektieren, die Interessen unterschiedlicher Akteure – JournalistInnen, HistorikerInnen – zu beleuchten und die Rolle der Wissenschaft im Feld der gesellschaftlichen Erinnerung zu diskutieren ist Ziel dieser Podiumsgesprächs.


Antworten

Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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