Copy and paste - Part 23

posted by PP on 2007/03/10 18:41

[ Copy and paste ]

Die Teile 1 und 2 wurden verlinkt (cf. X, Y und als Zwischenschritt Z), nun sind 3, 4 und 5 von Stefan Webers Serie zum "Google-Copy-Paste-Syndrom" auf Telepolis nachzutragen: "Anreißer" zu Wissenschaft als Web-Sampling:
In der gegenwärtigen (akademischen) Textkultur kommt es offenbar systematisch zu Texten, die nicht selbst geschrieben wurden und auch nicht von anderen gelesen werden. Der Text bleibt somit von Produktion und Rezeption relativ "unberührt".

"Anreißer" zu Contentklau in Blogs und anderswo:

Copy/Paste-Praxen sind längst nicht mehr auf studentische Trittbrettfahrer und deren plumpes Strg+C/Strg+V beschränkt. In Mode ist derzeit insbesondere das Zirkulieren von mutierten Textfetzen in Blogs ohne Quellenangaben. Gemeint ist damit also nicht die (Teil-)Wiedergabe etwa dieses Artikels in einem Blog unter Angabe des Links, sondern eben genau die Unterlassung von letzterem. Texte werden immer öfter die Basis für Mutanten dieser Texte, die ihrerseits... und so weiter. Fehler schleichen sich ein, und die digitale Welt wird damit wieder ein Stück weit "analog". Es stellt sich die gleichsam erkenntnistheoretische Frage nach dem Original von neuem. Die Unterscheidung Original/Plagiat wird immer schwieriger, der Autor gerät unter Druck: "Ach, Herr Kollege, von Ihnen wurde in einem Blog abgeschrieben? Ist ja interessant. Und wo haben Sie den Text denn eigentlich her?"

"Anreißer" zu Reuse, Remix, Mashup – also: Plagiieren erlaubt!:

Aktuelle Plagiatsfälle in der Wissenschaft – und insbesondere Fälle von problematischem Web-Sampling – verweisen auf eine Reibung zweier Denkrichtungen: Hier die der Printlogik verhaftete wissenschaftliche Referenzkultur, die nur Zitat oder Verweis kennt, und da die freien Lizenzen der Netzkultur, die Autorennennung und Bearbeitung von Inhalten auf neue Art definieren. Wissenschaftler, Autoren, alle anderen "Textarbeiter" und Content-Produzenten im weiteren Sinn sollten sich langsam fragen: Erweisen freie Lizenzen der Textproduktion tatsächlich einen guten Dienst?


Antworten

Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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