Veranstaltungen | Events - Part 142

posted by PP on 2007/02/19 22:50

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Der u.a. hier angekündigte Workshop Multiethnische Großreiche im langen 19. Jahrhundert: Großbritannien, Habsburg, Rußland und Osmanisches Reich im Vergleich (19./20.01.2007 in Hamburg) erfuhr nun durch Ricarda Vulpius seinen Tagungsbericht auf H|Soz|u|Kult:
Ziel der Tagung in der Hamburger Warburg-Bibliothek war es, anhand einer Mischung von vergleichend angelegten Beiträgen sowie Einzelstudien weiterführende Fragen und Kriterien für den systematischen Vergleich der vier Imperien herauszuarbeiten bzw. herauszufinden, wie tragfähig die bereits erarbeiteten Leitfragen für einen Vergleich sind.
Die lebhafte Schlussdebatte griff vor allem die Frage auf, ob Nationalstaat und Imperium ausschließlich in ihrer Verflechtung und Überlagerung betrachtet werden sollten oder aber ob gewisse abgrenzende Kriterien für die Analyse unabdingbar sind. Stefan Berger betonte die Gefahr einer Typologisierung, bei der Grenzen in Aspekten aufrechterhalten würden, die gar keinen Sinn machten. Jörn Leonhard hingegen warnte vor einem völligen Verwischen der Unterschiede, verwies auf die Gefahr, dass sich andernfalls die Untersuchungsgegenstände verflüchtigten und plädierte entschieden dafür, komparative Differenzen mit relativ harten Kriterien aufrechtzuerhalten. Einig waren sich alle Teilnehmer in der Beobachtung, die Tagung habe gezeigt, dass man beim Versuch, die Imperien miteinander zu vergleichen, häufig auf Eigengesetzlichkeiten und damit die Notwendigkeit der Binnendifferenzierung gestoßen sei. Die Infrastrukturprojekte hätten sich insofern weniger für einen Vergleich der Imperien geeignet; bei der Wehrpflicht gab es mehr Ansätze, statistische Praktiken seien für einen Vergleich vielleicht besonders vielversprechend. Ohne dass ein Konsens in allen wichtigen Fragen erzielt worden wäre, verwies der Schluss der Tagung darauf, welche Wegstrecke zurückgelegt worden war: Fast alle zu Beginn geäußerten Prämissen waren im Verlauf modifiziert, Begriffe zumindest in ihrer Trennschärfe in Frage gestellt worden und neue fruchtbare und weiterführende Einschätzungen der Überlappung von imperialem und kolonialem Handeln entwickelt worden.




(Warum Hobsbawm und andere wichtige Historiker hier keine Erwähnung fanden, erscheint mir jedoch selbst angesichts dieses genauen wie informativen Tagungsberichts nicht ganz erklärlich.)


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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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