Open Content | Access - Part 63

posted by PP on 2006/12/24 18:29

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Lawrence Lessig im Interview für die SZ (mit Johan Schloemann und Andreas Zielcke) über Urheberrechte: "Es geht nicht darum, Madonnas Musik zu stehlen".

In der vordigitalen Welt existierte eine Balance. Und genau diese Balance möchte ich gerne für das digitale Zeitalter herstellen. Aber ich widerspreche Ihnen darin, dass dieselbe Freiheit in allen Feldern künstlerischer Betätigung existiert.

Ein Ausschnitt:

Die Struktur akademischer Veröffentlichungen, wie sie im 20. Jahrhundert existiert hat, war ein notwendiges Übel. Es war notwendig, weil man die Verteilung der Ausgaben kontrollieren musste, um die hohen Kosten für den Verlag zu kompensieren. Aber es ist trotzdem ein Übel, weil Wissen - wie Forschung über Malariatherapien oder neue Ergebnisse in der Chemie - sich so breit und schnell wie möglich verbreiten muss. Die Grenzkosten, um an diese Informationen zu kommen, sollten bei null liegen, weil es sich dabei um öffentliche Güter handelt, die universell zugänglich sein sollten. Jenes System, in dem wissenschaftliche Literatur zu einem hohen Preis an öffentliche Bibliotheken verkauft wird und dort nur limitiert zugänglich ist, war notwendig vor dem digitalen Zeitalter. Ein neues Modell, das perfekt ist, gibt es wohl noch nicht, aber wir arbeiten uns einem Modell entgegen, in dem eine Zugangsbeschränkung beim akademischen Publizieren nicht notwendig ist, weil die Vertriebskosten praktisch bei null liegen. Die Frage bleibt dann, wie man den menschlichen Arbeitsaufwand, den der Lektoren und Autoren kompensiert. Es gibt Modelle, die eine Abonnement-Lösung vorsehen oder staatliche Zuschüsse. Ich hoffe sehr, dass sich solche Lösungen durchsetzen werden.

 

 


 

(Hinweis bei Archivalia)


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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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