Veranstaltungen | Events - Part 126

posted by PP on 2006/10/27 00:10

[ Veranstaltungen | Events ]

Stefan Rohdewald hat auf H|Soz|u|Kult eine Reihe von Sektionen des Historikertages (Motto: GeschichtsBilder) unter dem Generaltitel Osteuropäische Geschichte zusammenfassend besprochen, so etwa:
  • Bilder vom eigenen Raum: Die mentale Aneignung des Russländischen Imperiums
  • Freiheit – Libertät – Liberalität. Universalisierung und Nationalisierung eines politischen Grundbegriffes im östlichen Europa
  • Bild, Konsum und Kosmos. Inszenierungen modernen Lebens in der sowjetischen visuellen Kultur der Sechzigerjahre
  • Supermänner, Superfrauen, Supermächte. Sport als Medium des Kalten Krieges (cf. auch hier)
  • Der Krieg um die Bilder 1941-2005: Mediale Darstellungen des "Großen Vaterländischen Krieges" der Sowjetunion (cf. auch hier)
  • Das Bild des Moslems im westlichen und östlichen Europa in der Frühen Neuzeit (cf. auch hier
Unter den thematischen Absenzen fällt auf, dass Panels oder einzelne Beiträge mit einem Bezug zu religiösen Handlungs- und Sprachfeldern ganz fehlten. Hält man die Zusammensetzung der am Historikertag vertretenen Sektionen für repräsentativ, scheint die kulturwissenschaftliche Beschäftigung mit Religion weiterhin im Schatten der sozialistischen Moderne zu stehen. Bedauerlicherweise blieb auch südosteuropäische Geschichte innerhalb der ‘reinen’ Osteuropasektionen ganz außen vor. Ob den Organisatoren zu raten ist, solchen Lücken wie auch derjenigen der osteuropageschichtlichen Mediävistik und der Forschung zum 17. Jahrhundert mit ausdrücklichen Ermutigungen, etwa über H-Soz-u-Kult, in Zukunft entgegenzuwirken, sobald sie sich abzuzeichnen drohen? Das Motto des Historikertages wäre jedenfalls auch für eine Fortsetzung der Reflexion der methodischen Zugänge zu diesen Zeiten und Räumen vorzüglich geeignet gewesen.
Andererseits war die Osteuropahistoriografie mit nicht wenigen Referaten vertreten, und die beobachteten Ungleichgewichte in der thematischen und epochalen Zusammensetzung der Panels geben einen deutlichen Trend zu erkennen: Mit den drei zuletzt besprochenen Sektionen, die sich auf die Nachkriegszeit konzentrierten, scheint sich eine Abkehr von der im letzten Jahrzehnt so markanten Konzentration der osteuropageschichtlichen Forschung auf den Stalinismus abzuzeichnen. Alle drei rückten thematische Bereiche des poststalinistischen sozialistischen Alltags ins Zentrum des geschichtswissenschaftlichen Interesses, die bislang wenig beachtet geblieben waren. Mehrere Beiträge dieser Panels versuchten exemplarisch, und ohne Zweifel mit Gewinn, die reflektierte Arbeit mit Bildquellen in den Methodenschatz der neuen Kulturgeschichte aufzunehmen.

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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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