Veranstaltungen | Events - Part 112

posted by PP on 2006/09/09 10:05

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Nach 1848 wurden die beiden großen Opernhäuser in Mailand und Venedig, das Teatro alla Scala und das Teatro la Fenice, zu Zentren mehr oder weniger passiven Widerstands gegen die Habsburger. Das von Wien sehr großzügig subventionierte Teatro alla Scala wurde vor allem zu Beginn der 1850er Jahre als Protest gegen die Obrigkeit von adligen Mailändern boykottiert und avancierte nach der Übergabe der Stadt an die Piemontesen 1859 gleich zu einem der wichtigsten Repräsentationsräume des neuen Königreiches. Das Teatro la Fenice hingegen war mit dem Verbleib Venetiens im Habsburgerreich dazu verdammt, seine Rolle als Aushängeschild einer habsburgischen Stadt für weitere sieben Jahre zu spielen.
Den damit zusammenhängenden Fragen wird Jutta Toelle (Berlin) in ihrem Vortrag [.pdf]
In der Hand der Habsburger? Die Opernhäuser in Mailand und Venedig 1848 - 1866 (18.09.2006, 15.00 Uhr c.t., Hauptgebäude der ÖAW, Ignaz Seipel Platz 2, Museumszimmer)
nachgehen, dem nächsten Jour fixe der Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte.
Ein wesentlicher Punkt wird dabei sein, aufzuzeigen, inwieweit es den venezianischen Theaterbesitzern gelang, sich dieser Aufgabe zu entziehen, indem sie das Opernhaus – angeblich aus wirtschaftlichen Gründen – für die gesamte Zeit geschlossen hielten. Und obwohl die Wiener Regierung von höchster Stelle intervenierte, konnte das im Privatbesitz befindliche Opernhaus nicht wieder zugänglich gemacht werden. Das geschlossene Teatro la Fenice sollte den Habsburgern bis zu ihrem Abzug 1866 ein Dorn im Auge bleiben.

Ziel des Vortrags ist es also, beide Fälle anhand von Forschungsergebnissen aus venezianischen, Mailänder und Wiener Archiven zu beleuchten und darzustellen, inwieweit erwähnter Umgang mit den Theatern rein politisch bedingt war oder vielleicht auch wirtschaftlichen Erwägungen unterlag.




(Das Photo zeigt die Front des neu renovierten La Fenice Anfang Juni 2006.)

http://www.kakanien.ac.at/static/files/30538/La_Fenice.gif


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Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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