Call for Papers | Applications - Part 78

posted by PP on 2006/06/10 19:54

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Auf Initiative des AVINUS Verlags, der 1999 eines der Hauptwerke der (nicht allein französischen, sondern insgesamt) Mediologie, Jenseits der Bilder von Régis Debray, in deutscher Übersetzung veröffentlichte, ist eine Publikation geplant, die über eine Bestandsaufnahme der Entwicklung der Mediologie und ihrer Rezeption in Deutschland hinaus vor allem eine Reflexion über die Applikation mediologischer Ansätze und Fragestellungen in verschiedenen Fachdisziplinen versuchen soll: Mediologie als Methode - cf. dazu den Call for Papers (mit allen näheren Informationen) auf H|Soz|u|Kult (Deadline: 15.07.2006)!
Von Régis Debray erstmals anfangs der 90er Jahre in Frankreich prominent vorgestellt, ist die Mediologie keine neue Medientheorie und hat auch mit Medienwissenschaft im engeren Sinne nichts zu tun, sondern versteht sich als neue Wissenschaftsdisziplin in Gründung, die weit über enge Fachkreise hinaus Beachtung und nicht zuletzt in der Gesellschaft für Mediologie (AD REM) und in den Zeitschriften Cahiers de Mediologie und medium eine breite Diskussionsplattform gefunden hat. Bekannte Intellektuelle wie Jacques Derrida oder Derrick de Kerkhoven setzten sich nicht nur explizit mit Mediologie auseinander, sondern entwickelten auch eine je eigene Auffassung von Mediologie wie etwa Daniel Bougnoux, Bernard Stiegler oder Pierre Lévy, um nur einige wenige zu nennen. Die Ausdifferenzierung des mediologischen Projekts, die je nach disziplinärer Zugehörigkeit und individuellem Standpunkt zahlreicher Autoren unterschiedlich akzentuiert wurde (und damit ihre Rezeption in Deutschland nicht erleichterte), hat jedoch einen gemeinsamen methodischen Kern:
AD REM, definiert die Mediologie ganz allgemein als Untersuchungsmethode der komplexen Korrelation zwischen einem symbolischen Körper (z.B. einer ästhetischen Form), einer Form der kollektiven Organisation (z.B. einem Wirtschaftssystem) und einem technischen System der Kommunikation. Dabei setzt die Mediologie bei dem Prozess der kulturellen Übermittlung bzw. Übertragung – der transmission culturelle – an, d.h. bei der Tatsache, dass alle Formen kulturell vermittelten Wissens materiale, technische, soziale oder auch ökonomisch geprägte Übertragungs- oder Übermittlungsprozesse durchlaufen, die nicht allein nur vordergründige Bedeutungen übertragen, sondern immer zugleich auch implizite Regeln der Übertragung selbst mit übermitteln.

Obwohl dieser Ansatz keineswegs ohne Vorläufer ist, zielt die Mediologie in der Zuspitzung dieser Problematik auf einen blinden Fleck des Wissenschaftsdiskurses: auf die Frage nach der Medialität kultureller Übermittlungsprozesse (und mithin eigener Erkenntnisse).


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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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