Medien | Media - Part 40

posted by PP on 2006/05/08 00:42

[ Medien | Media ]

Andrea Genest (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) hat den Band

Hamersky, Heidrun (Hrsg.): Gegenansichten. Fotografien zur politischen und kulturellen Opposition in Osteuropa 1956-1989. Berlin: Christoph Links 2005, 195 pp., 255 SW-Abb.
[ISBN 3-86153-373-1; EUR 29,90,-]

ausgesprochen positiv rezensiert und merkt gleich zu Beginn der Buchbesprechung an: ...

Heidrun Hamersky von der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen hat einen wunderbaren und sehr gewinnbringenden Band vorgelegt, in dem sie einige Facetten der osteuropäischen Opposition betont und ausführt, die im gegenwärtigen Forschungsstand keine dominante Rolle spielen. Sowohl die Einführung und der einführende Essay als auch die zusammengetragenen Fotografien aus der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, Polen, Ungarn und der DDR zeigen Aspekte und Knotenpunkte auf, deren Vertiefung neue Aspekte der Oppositionsforschung im Kommunismus eröffnen könnte. Fotobände und Alben stehen bisweilen etwas quer zu anderen wissenschaftlichen Werken; sie passen schlecht ins Bücherregal und werden eher mit einem blätternden Gestus in die Hand genommen. Dies trifft auf das vorliegende Buch nicht zu, das, als kommentiertes Fotoalbum konzipiert, mit Hilfe des Mediums Fotografie einen neuen Blick auf die osteuropäische Oppositionsszene eröffnet.

Das Resümee

Die Bilder, die vom Dokumentarischen bis hin zu sehr artifiziellen Aufnahmen reichen, vermitteln einen Eindruck der Reichhaltigkeit oppositioneller Tätigkeiten. Ihre Aussagekraft verstärkt sich durch die Bildunterschriften, die den Hintergrund der festgehaltenen Momente beschreiben und erklären. Es sind besonders die Überlappungen und vermeintlichen Widersprüche, die den Band interessant machen. Die Bilder vermitteln einen Zusammenhang von Protestaktionen, Untergrundliteratur, programmatischer Arbeit, Kunst, gesellschaftlicher Selbstorganisation und eigenem Lebensstil, der aus rein textlichen Dokumenten und Analysen sonst kaum zu beziehen ist.

stimmt ein wenig skeptisch, denn inwieweit Bildunterschriften hinreichen, um komplexere Zusammenhänge plausibel zu machen, gar: Überlappungen herausarbeiten zu helfen, erschließt sich vielleicht wirklich erst durch die gelobten beigefügten Einleitungen wie Essays des Bandes.

 

 


 

In diesem Zusammenhang empfiehlt sich wohl auch der Besuch der Konferenz Diktaturerfahrungen und ihre Erinnerungen im 20. Jahrhundert in Osteuropa - Erlebte und erforschte Geschichte (04./05.05.2006, Senatssaal, Unter den Linden 6, D10117 Berlin), die gleichfalls auf H|Soz|u|Kult angeführt und von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) organisiert wird.


Antworten

01 by Bela at 2006/05/08 09:26 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
Ich glaube ja schon, dass es mit Bild UND Bildunterschrift geht. Ich kann mich erinnern, dass ich für die "Februar 34"-Ausstellung in der Koppreiterremise in Meidling ein Foto hatte, dass eine leere Tribüne beim Ständeaufmarsch am 1. Mai 1934 zeigte und die reine Bildunterschrift UND das Foto machten die gesellschaftliche Unterstützung des austrofaschistischen Systems fast deutlicher als irgendwelche ellenlangen Raumtexte.

Das Buch bestelle ich auf jeden Fall - nur um wieder gegen die Stalis lästern zu können...

Von der Konferenz bin ich nicht ganz überzeugt, allein interessant ist, dass sich von den Vortragenden zwei 2002 für die Direktion am Wiener OSI beworben hatten - dann kam die "Brigate Nero" und "räumte auf", Ergebnis ist ja sattsam bekannt, (wobei man ja immer wieder siht, was man alles hätte machen können...) aber was bringt's schon zu seiern

Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
> RSS Feed RSS 2.0 feed for Kakanien Revisited Blog Senior Editor

Calendar

Links