Call for Papers | Applications - Part 58

posted by PP on 2006/01/14 20:04

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Das Stadtarchiv in Prag und das Institut für internationale Studien der Fakultät für Sozialwissenschaften der Karls-Universität veranstalten eine internationale Tagung zum Thema STADT UND INTELLEKTUELLE (seit dem Mittelalter bis zum Jahre 1848) im Clam-Gallas Palast in Prag, am 10. und 11. Oktober 2006.
Der Call for Papers findet sich in auf Tschechisch, Englisch und Deutsch. Die Tagungssprachen sind nach derzeitigem Planungsstand hingegen Tschechisch, Polnisch und Deutsch.
Schon fünf Jahre leben wir im Millenium, das sich mit der Kunstintelligenz, der Technik und vielleicht auch mit der Menschengesellschaft der meistens gebildeten Leute identifizieren will. Wir möchten deswegen die Wurzeln der modernen Urbangesellschaft und die Rolle der Intellektuellen in der Geschichte der Prager Städte und anderer vergleichbarer europäischer Großstädte seit dem Mittelalter bis zum Anfang der Bürgergesellschaft suchen.
Zuerst muss man fragen: Wer war eigentlich ein „Intellektueller“ im Wandel der Zeiten und wie haben sich seine Kompetenzen, sein Status, sein Selbstbewusstsein, seine Stilisierung und letztendlich sein gesellschaftliches Prestige entwickelt? Welche Kriterien mussten die städtischen Gebildeten erfüllen, um als Intellektuelle akzeptiert worden zu sein? Sicher spielte dabei lange Zeit die lateinische Bildung eine wichtige Rolle. Der akademische Grad hat nicht nur gesellschaftlich erhoben, sondern auch z. B. die Position auf dem Arbeitsmarkt verbessert.

Wie konnte man zwischen den städtischen Intellektuellen und der städtischen Elite unterscheiden? Die Intellektuellen mussten nicht unbedingt zur Elite der Stadt gehören ( was ihren gesellschaftlichen Status, aber auch ihre persönlichen Kontakte mit der städtischen politischen Elite betrifft ). Zu den Intellektuellen kann man nicht nur die Gelehrten einreihen. Welche Position haben diese Personen im Leben und im hierarchischen System in Prag oder in anderen ähnlichen Städten eingenommen?

Unter die Intellektuellen mit dem breiten Spektrum des Interesses, der Tätigkeiten und gesellschaftlicher Beziehungen gehörten auch die Ärzte oder Juristen in Staatsdiensten, in der städtischen Selbst- oder Magistratverwaltung, eventuell als Anwälte oder Notare. Man muss gleichfalls die technische Intelligenz, die unmittelbar mit dem Ende der verfolgten Etappe verbunden war, erwähnen.

Ein spezifisches Kapitel stellten die Welt- und Klostergeistlichen dar, die mit dem dichten Netz von Pfarreien, Kapiteln, Kirchen, Klöstern, Spitals aber auch Schulen verbunden waren. Die Kirche hat ein ideales Milieu für mehrere intellektuelle Fächer und Aktivitäten bis zum 19. Jahrhundert gewährleistet. Wann und unter welchen Bedingungen hat diese Praxis verhalten?

Welchen Anteil hatten die Künstler am intellektuellen Leben der Stadt? Es geht nicht nur um die Hofkünstler oder die Künstler in den aristokratischen Diensten, sondern auch um die bürgerlichen „Kunsthandwerker“ und um ihre Rolle in der intellektuellen Atmosphäre der Stadt.

Und wie hat der Lebensstil der städtischen Intellektuellen ausgesehen? Ist es möglich bestimmte stabile Elemente, Stereotypen und die in der Gesellschaft verbindlichen Traditionen in allen Epochen festzustellen?

Wie entstand oder wie änderte sich der soziale Rang der Intellektuellen in der Struktur der Gesellschaft oder in der zeitgenössischen Sozialauffassung? Intellektuelle stellten einen Bestandteil der "gelehrten Republik" dar. Galt das überhaupt bei uns und im nahen Ausland?

Die Anmeldungen zur Tagung schicken Sie bitte an die folgende Adresse:
Dr. Olga Fejtová
Archiv hl. mesta Prahy
Archivni 6
149 00 Prag 4
bis zum 15. März 2006. Die Unterkunft für ausländische Gäste geht auf die Kosten der Organisatoren. Tagungsgebühr wird nicht angefordert. Konferenzsprachen sind vorläufig Tschechisch, Deutsch und Polnisch. Die Referate werden im Sammelband Documenta Pragensia nach der Tagung publiziert werden.


Antworten

Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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