Balkan | -s - Part 30

posted by PP on 2005/07/23 19:08

[ Balkan | -s ]

Schon rätselhaft - dieser Balkan, diese Leute dort. Das fiel nun auch Doug Muir auf und unter dem Titel A curious trend in the Balkans ward es auch gebloggt.
Konkret geht es darum, dass obwohl in Rumänien 2000-2004, in Bulgarien 2001-2005 und in dieser Zeit auch in Albanien die Regierungen so brav gearbeitet haben, Wirtschaftswachstum und Stabilitäten erwirtschafteten, diversen Organisationen wie der NATO beitraten bzw. sich diesen annäherten, sogar EU-Beitritte konkretisiert werden konnten -- sie daraufhin stets abgewählt wurden. Man könnte ja noch verschärfend ergänzen, dass sogar Radikale in die Parlamente verstärkt hineingewählt wurden (bspw. in Bulgarien), dass nordwestlich der inkriminierten Gebiete, also in Ungarn, bislang keine Regierung über eine Legislaturperiode hinauskam und und und ...

Nun macht es sich Doug Muir nicht allzu leicht und stellt schon auch einige Reflexionen an, die man gegenüber der simplen Faktenaufzählung (mit einigem guten Willen) in Anschlag bringen könnte - und auch ganz grundsätzlich gegen die Idee, dass es eine solche im Sinne der Wertfreiheit geben könnte. Aber neutraler wird dabei gar nichts:

  1. Running a transition country in Southeast Europe is hard and thankless work. Voters have short memories, and are constantly comparing themselves to the much wealthier countries of Central and Western Europe.
  2. Even relatively rapid economic growth won’t make them happy, especially given that most of these economies contracted in the 1990s, and a lot of people are just getting back to the relative prosperity that the enjoyed 15 years ago.
  3. Voters are outraged by corruption, the entrenched privileges of the new elite, and the detachment of the political class from daily realities and indignities. Since corruption and detachment are very prevalent in these countries, it’s hard for any government to get elected against the tide of popular indignation.
  4. Much of the economic “growth” is going to a relatively small elite. Thus, the impressive GDP numbers conceal a sharp growth in inequality combined with stagnating living standards for much of the population.
Aber sagen wir mal: Das geht schon ein wenig in die brauchbare Richtung. Ergänzt mit einem Kommentar von John Montague kann man dann ja vielleicht vorsichtig anfangen, mit den Leuten dieser Länder zu sprechen.


Antworten

01 by usha at 2005/07/25 10:06 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
Nichtsdestotrotz. ... Nichtsdestotrotz passieren viele entmutigende und frustrierende Dinge. Nationalismus, Rechtsdrall, Borniertheit, Bulgarien z.B. Der Standard berichtet unter anderem über diese herrliche Partei, die "Zigeunerprivilegien" anprangert. Klar, wer im eigenen Land seinen Haider hat, sollte nicht über andere lästern. Oder doch. Wie also stellt man es an, die Kommunikation mit solchen Leuten zu verweigern, denn nicht anders geht es, denke ich, um faule Komporomisse zu vermeiden und menschenverchtende Positionen auszuschließen, Ressentimentkultur und -politik nicht überhand nehmen zu lassen?

Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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