Nachruf | obituary - Part 2

posted by PP on 2005/05/24 16:14

[ Nachruf | obituary ]

In memoriam Felix Kreissler (1917-2004) wird am 24./25.10.2005 ein internationales Symposion sich des Themas DAS ANDERE UND KÜNFTIGE ÖSTERREICH IM NEUEN EUROPA annehmen.

Dabei soll das beeindruckende Lebenswerk von Felix Kreissler genau ein Jahr nach seinem Tode kritisch gewürdigt werden. Felix Kreissler hat in seinen Vorträgen und Publikationen v.a. die Themen Widerstand, Verfolgung, Exil und österreichische Identität sowie den Demokratisierungsprozess im heutigen und künftigen Österreich und in der EU in den Mittelpunkt gerückt.
 

Vor diesem Hintergrund soll das internationale Symposium einen bewussten kritischen Beitrag zur Inszenierung der Republik im Jahre 2005 auf der Grundlage aktueller und internationaler zeitgeschichtlicher und politikwissenschaftlicher Forschung bieten:

  1. Österreichische Nation und Identität in Europa
  2. Politische Kultur der Zweiten Republik nach der Wende 2000
  3. Widerstand, Verfolgung und Exil
  4. Kultur als subversiver Widerstand
  5. Wissenschaftsbeziehungen Österreich-Frankreich bzw. Wien-Paris

Aus dem CfP:

Im heurigen Gedenkjahr, oder offiziell: "Gedankenjahr" 2005, ist eine fast unüberschaubare Flut von Vergangenheitsbildern zur Zweiten Republik in Form von Ausstellungen, TV- und Filmproduktionen sowie Publikationen zu vermerken. Gleichzeitig wird eine inszenierte (Selbst-)Darstellung der politischen und kulturellen RepräsentantenInnenmit einer Marginalisierung von bislang noch immer tabuisierten oder ignorierten Themen wie Antisemitismus, Entnazifizierung, Widerstand, Verfolgung, Emigration/Exil, Restitution sowie österreichische Nation/Identität zugunsten bekannter Klischees vom Wiederaufbau, sowie der "Stunde Null" im Sog der Opferthese als identitätsstiftende, große Erzählung sichtbar. Die Ergebnisse der Historikerkommission sind zwar auf dem Markt, verblassen aber angesichts einer massiven Gedenkpolitik im Zeichen von Harmonisierung und selektiver Konstruktion österreichischer Zeitgeschichte.

InteressentInnen, die ein Referat (Dauer: max. 20 Minuten; Sprache: Deutsch, Französisch oder Englisch) halten wollen, sind eingeladen, bis spätestens 30. Juni 2005 zu einem der oben angeführten Themen ein Abstract (max. 20 Zeilen) sowie einen kurzen CV (max. 10 Zeilen) an die beiden Organisatoren in Form einer .doc- oder .rtf-Datei zu übermitteln:
Bitte senden Sie Ihr Abstract an:
Helmut.Kramer@univie.ac.at und Friedrich.Stadler@univie.ac.at.
Eine Benachrichtigung über die Annahme erfolgt bis 15. Juli 2005. Eine Publikation der Ergebnisse des Symposiums ist geplant.

Die Eckdaten lauten wie folgt:
Zeit: 24.-25.Oktober 2005
Ort: Universitätscampus, Wien (Aula, Institut und Bibliothek für Zeitgeschichte)
Veranstalter: Institut für Zeitgeschichte und Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien
Mitveranstalter: Österreichisch-Französische Gesellschaft für kulturelle und wissenschaftliche Zusammenarbeit, DÖW, ITH, Gesellschaft für politische Aufklärung, Theodor-Kramer-Gesellschaft, Österreichische Gesellschaft für Exilforschung, Verein zur Aufarbeitung der Zeitgeschichte, Institut Wiener Kreis
Wissenschaftliche Leitung: Helmut Kramer (Institut für Politikwissenschaft), und Friedrich Stadler (Institut für Zeitgeschichte und Institut Wiener Kreis)
Vortragende [ja, es handelt sich bei diesem Blog um einen CfP, dass verschiedene ExpertInnen bereits fixiert sind, lässt natürlich ein sehr anspruchsvolles wie komplexes Symposion erwarten, der Anreiz sollte also hoch genug sein] u.a.: Brigitte Bailer-Galanda, Christian Bonnet, Gerhard Botz, Michel Cullin, Johann Dvožak, Hans Heinz Fabris, Christian Fleck, Susanne Frölich-Steffen, Johanna Gehmacher, Gabriella Hauch, Johann Holzner, Robert Knight, Helmut Konrad, Siegfried Mattl, Wolfgang Neugebauer, Paul Pasteur, Anton Pelinka, Bertrand Perz, Andreas Pribersky, Oliver Rathkolb, Peter Roessler, Sieglinde Rosenberger, Carola Sachse, Frank Stern, Gerald Stieg, Emmerich Talos, Erika Thurner, Pierre Wagner
Sektionen:

A) Felix Kreisslers Beitrag zur Debatte um die österreichische Nation und Identität aus aktueller Sicht (Organisation: Friedl Garscha und Christine Schindler)
B) Österreich nach der "Wende" 2000 (Organisation: Helmut Kramer)
C) Exil, Widerstand, Verfolgung (Organisation: Brigitte Bailer und Konstantin Kaiser)
D) Kultur als subversiver Widerstand: Kritische Reflexion der offiziellen Gedenkkultur (Organisation: Karin Liebhart)
E) Wissenschaftsbeziehungen Österreich/Frankreich (Wien-Paris) (Organisation: Friedrich Stadler und Elisabeth Nemeth)

 

Felix Kreissler (mit dem vor Jahren einige schöne Veranstaltungen in Ungarn zu machen ich die Ehre hatte) hat sich eine ernsthafte wie kritische Würdigung mehr als verdient. Diese Veranstaltung trägt das ihre dazu bei. Zwei der vielen Nachrufe finden sich hier und hier.

http://www.kakanien.ac.at/static/files/29948/felix.gif


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Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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