Veranstaltungen | Events - Part 9

posted by PP on 2005/01/16 11:44

[ Veranstaltungen | Events ]

Die Stadt an und für sich, das ganze gleich zweifach:
Erstens setzt sich eine Konferenz am IFK anhand des Beispiels Wien ausführlich mit Stadterzählungen zwischen Ikonisierung und Pluralisierung auseinander;
Zweitens wird in der Bayerischen Architektenkammer unter dem Titel Stadt und Gewalt eine Ausstellung lanciert, die diverse Diskussionveranstaltungen als flankierende Maßnahmen mit sich bringt.
1.: Das IFK (Reichsratsstraße 17; 1010 Wien) veranstaltet vom 20. bis 22.01.2005 eine Tagung mit dem Titel Das Surplus von Wien: Stadterzählungen zwischen Ikonisierung und Pluralisierung, die von Monika Sommer, Marcus Gräser und Ursula Prutsch konzipiert wurde.

Die hier unten zitierte Vorankündigung findet sich auf der IFK-Site an dieser Stelle:

Die Fülle der Bilder, Images und Identitäten, diein Städten und für Städte entworfen werden, lassen sich grob unterscheiden in formative Stadterzählungen, die einen "offiziellen" Charakter haben, und in unmittelbare Stadtemotionen, die als privates "mental mapping" zur Sozialisation aller geborenen oder gelernten GroßstadtbewohnerInnen gehören. Die Tagung will am Beispiel Wien diese beiden Aspekte des städtischen "Surplus" aber nicht nur in ihrer jeweiligen Besonderheit, sondern ebenso in ihrer Wechselwirkung untersuchen – denn beide Bildsorten sind Varianten eines "symbolic management", das eine Orientierung in der Stadt und an der Stadt erst ermöglicht. Zu fragen wird sein, in welchem Verhältnis die großen "Erzählungen" von Wien – die Musikstadt, der Komplex "Wien 1900", das Rote Wien – zur Stadtemotion unterschiedlicher sozialer Milieus standen und stehen. Auch wenn es sich bei den großen "Erzählungen" um Konstruktionen städtischer Eliten (und Ausdruck einer seit dem späten 19. Jahrhundert zunehmenden Städtekonkurrenz) gehandelt haben mag, kann nicht davon ausgegangen werden, daß hier in einem manipulativen Mechanismus "von oben" einer städtischen Gesellschaft eine Identität übergestülpt wurde. Viel eher wird die Analyse der Wechselwirkung aus interessengeleiteter, strategischer Identitätspolitik "von oben" und erlebter Stadt "unten" Aufschluß geben über das Spannungsfeld, das sich zwischen einer Komplexitätsreduktion durch formative "Stadterzählungen" und der fragmentierten Wahrnehmung der Stadt in den pluralen Milieus bildet.

TEILNEHMERINNEN: Friedrich Achleitner (Architekturhistoriker und Schriftsteller, Wien), Hans Belting (IFK, Wien), Wolfgang Maderthaner (Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung, Wien), Siegfried Mattl (Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien), Martina Nußbaumer (Spezialforschungsbereich 'Moderne - Wien und Zentraleuropa um 1900', Universität Graz), Franz Schuh (Schriftsteller, Wien), Ines Steiner (Kulturwissenschaftliches Forschungskolleg SFB/FK 427, Universität zu Köln), Daniela Strigl (Literaturwissenschafterin und -kritikerin, Wien), Heidemarie Uhl (Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien), Klaus Zeyringer (IPLV, Université Catholique de l’Ouest, Angers).

Das detaillierte Programm finden Sie im .pdf hier, die Abstracts zu den einzelnen Vorträgen (gleichfalls im .pdf) erhalten Sie hingegen durch einen sachten Mausklick hier.

2.: Die Bayerische Architektenkammer nimmt sich mit Diskussionsveranstaltungen und einer begleitenden Ausstellung (Kurator: Michael Zinganel) im Haus der Architektur (Waisenhausstr. 4, 80637 München) ab dem 27.01.2005 des Themas Stadt und Gewalt an.

Die hier zitierten inhaltlichen Hinweise finden Sie auch auf der entsprechenden Website, wo praktischerweise auch das gesamte Programm mit allen Detailangaben platziert wurde:

Früher wurden Städte gebaut, um sich vor Fremden und Feinden zu schützen. Innerhalb der Mauern konnte man sich sicher fühlen. Heute scheint sich die Situation umgekehrt zu haben: Was zuvor eine Burg der Sicherheit war, kann heute eine Quelle der Gewalt sein. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe "Stadt und Gewalt" steht die Fragestellung, welche Faktoren bei Gewalt in Städten eine Rolle spielen. Auch die historische und soziologische Entwicklung von Städten wird Gesprächsthema sein. Architekten, Stadtplaner, Politiker, Soziologen und Kriminologen diskutieren über das Thema „Stadt und Gewalt“.


Antworten

Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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