Copy and paste - Part 15

posted by PP on 2006/08/09 10:17

[ Copy and paste ]

Wir hatten hier, mit zahlreichen Updates, die Geschichte schon einmal: Eine Assistentin an der Universität Klagenfurt geriet in den Verdacht, ihre Diplomarbeit in zentralen Abschnitten mehrheitlich aus dem Internet kopiert zu haben. Nach der eingeleiteten Untersuchung wurde nun das Dienstverhältnis gelöst (cf. ORF) und es wird ein Verfahren zur Aberkennung des Titels eingeleitet.
Einige Fragen bleiben natürlich:
  • Der Betreuer: Bekommt er auch Probleme oder nicht? Er hatte doch auch nach Vorliegen aller Vorwürfe auf das Heftigste die Arbeit, die Assistentin, seine Benotung verteidigt und alles für in Ordnung befindlich deklariert.
  • Wird die Frage des unerlaubten Kopierens/Übernehmens/Betrügens nicht auf das Deutlichste exemplifiziert, wenn im sog. Networld der Bericht zu den aktuellen Vorfällen mit Google-Anzeigen (drei Bspe. unten) "dekoriert" ist, von denen 4/5 entsprechende professionelle Hilfeleistung anbieten? (Das restliche 1/5 stellt die Werbung für einen Vaterschaftstest dar. Apart.)
  • Beschleicht nur mich der Verdacht, dass hier auch viel Scheinheiligkeit im Spiel ist? Nicht, dass die Reaktion der Universität Klagenfurt nicht korrekt wäre. Das dürfte schon alles seine Richtigkeit haben. Aber noch nie wurde so ein Aufheben um einen derartigen Fall gemacht, derart anhand einer Kandidatin abgehandelt, diese quasi vorgeführt. Rekurrierend auf die erste Frage: Und was sind nun die konkreten Folgen des Ganzen? Es wird doch niemand mit einem Restanspruch auf Seriosität annehmen, dass der inkriminierte der einzige Fall ist. Wird also ab jetzt immer so ein Aufheben um akademischen Betrug gemacht - von kopierten Diplomarbeiten und Dissertationen bis hin zu Aufsätzen von Arrivierten?

Nachtrag: Der Standard hat die Geschichte nun auch aufgegriffen.

http://www.kakanien.ac.at/static/files/30844/copy.gif


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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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