Erinnerung | Memory - Part 75

posted by peter on 2007/09/03 12:15

[ Erinnerung | Memory ]

Das VI. Internationale Symposium zur Geschichte und Kultur im europäischen Nordosten nimmt sich von 20.-22.09.2007 in Tallinn des Themas Erinnerungsorte in Nordosteuropa: national – transnational – europäisch? an. Die Links zu den diversen Materialien auf der Website des Historischen Instituts der Universität Greifswald funktionieren noch nicht wirklich, aber das Tagungsprogramm samt einleitendem Statement der Veranstalter lässt sich auch bei H/Soz/u/Kult besichtigen.
Für Mittel- und Osteuropa [...] kommt Orten, die die nationalen Grenzen transzendieren, eine besondere Bedeutung zu. Dabei kann es sich um Erinnerungsorte handeln, die national konnotiert sind, aber jenseits der Staatsgrenzen liegen. Es können aber auch Orte sein, die auf die imperiale, vornationale Vergangenheit verweisen, oder solche, die oder von mehreren Nationen geteilt werden. Ebenso kann es sich um Orte handeln, die umgedeutet und damit mit neuen Inhalten gefüllt wurden. Und schließlich können verschiedene Erinnerungsorte miteinander konkurrieren. In einer solchen transnationalen Perspektive ist dann – in Anknüpfung an skandinavische Diskussionen – zu fragen, inwieweit solche, über die Grenzen einer Nation hinausreichenden Erinnerungsorte zur erinnerungsgeschichtlichen Verflechtung von Regionen beitragen: Stettin, Danzig, Kaliningrad, Riga oder Tallinn werden nicht mehr nur als Orte wahrgenommen, in denen nur eine nationale Gruppe die historische Deutungshoheit hat, sondern als Kristallisationspunkte polykultureller Erinnerungsregionen.
Der Fokus der Tagung richtet sich auf Nordosteuropa, d.h. Ostseeregion einschließlich Deutschlands und Russland. Eine solche Orientierung hat sich bereits bei den früheren Symposien zur Geschichte und Kultur im europäischen Nordosten in Tallinn seit 1995 als fruchtbar erwiesen, da sie sich nicht auf vermeintlich klar abgegrenzte Geschichtseinheiten (Baltikum, Nordeuropa, Polen, Russland) beschränkt, sondern die dichte Beziehungs- und Verflechtungsgeschichte in den Blick nimmt. An der Ostseeregion – insbesondere zwischen Stettin und Wiborg – lässt sich besser als an vielen anderen Regionen Europas zeigen, dass Erinnerungsorte keineswegs nur national geprägt sind, sondern auch in postnationaler Perspektive regionsbildend sein können.

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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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