Theorie | -s - Part 13

posted by PP on 2007/06/13 15:16

[ Theorie | -s ]

Eine durchaus positiv ausgefallene Rezension von Markus Bauer verweist in Sachen Walter Benjamin (da war doch noch etwas) auf einen im letzten Jahr herausgebrachten Sammelband, der Benjamins Thesen "Über den Begriff der Geschichte" aufgreift

Andrew Benjamin (Hg.): Walter Benjamin and History. London et al.: Continuum International Publishing Group 2006 (Walter Benjamin Studies Series), 260 pp.
[ISBN 0826467466; EUR 32,50,-]
Der aktuelle kulturhistorische "turn" kann Walter Benjamins komplexen Blick auf Phänomene der Vergangenheit zu seinen Vorläufern zählen. Auch seine Thesen "Über den Begriff der Geschichte" erscheinen als Geschichtstheorie einzigartig in der deutschsprachigen Philosophie. Dennoch ist ihre Wahrnehmung und Integration in der deutschen Geschichtswissenschaft oder -schreibung nur vereinzelt und/oder verkürzt in einer 'alternativen' Historiographie festzustellen. Dies verhält sich im englischsprachigen Bereich anders. So bezog sich 1983 etwa Benedict Anderson in seinen "Imagined Communities" ausdrücklich auf Benjamin und den Philologen Erich Auerbach, als es um die theoretische Begründung der kommunikativen Struktur von Nationenbildung ging. Die breitgefächerte englischsprachige Universitäts- und Verlagslandschaft macht es möglich, innerhalb einer "Walter Benjamin Studies Series" einen Band speziell den geschichtsphilosophischen Thesen zu widmen, die erstmals 1942 in Los Angeles posthum von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer in dem hektographierten Heft "Walter Benjamin zum Gedächtnis" publiziert wurden.

Des Rezensenten abschließendem Wunsch:

Es könnte eine wünschenswerte Wirkung des Bandes sein, diesen Bezug ["Nachdenken über die Möglichkeiten und Funktionen von Geschichtsschreibung"] auf Benjamin auch in der deutschsprachigen Szenerie anzuregen.

dürfte leider nur eine geringe Erfolgsquote zuzubilligen sein. Was jedoch nicht seine Schuld ist.


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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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