Bücher | Books - Part 103

posted by PP on 2006/10/17 10:45

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Es scheint eine aus privaten Mitteln finanzierte, langwierige Forschungsarbeit gewesen zu sein, die sich nun in der Herausgabe des Bandes
Fritz Fellner u. Doris Corradini (Hg.): Österreichische Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon. Wien: Böhlau 2006 (Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs 99), 476 pp.
[ISBN:3-205-77476-0; EUR 29,90,-]
niederschlägt. Karel Hruza hat dazu eine Rezension verfasst, die neben einigen Kritikpunkten (kleineren Fehlern wie Gewichtungen und Leerstellen, die schlichtweg nicht vermeidbar sind angesichts der Datenfülle) vor allem die Verdienste herausstreicht und auch deutlich macht, welchen Wert über die "bloße" Darstellung hinaus eine solche Publikation im Sinne eines Blicks auf die Befindlichkeit einer wissenschaftlichen Berufsgruppe bedeuten kann:
Es handelt sich wie angekündigt um die Präsentation "aller" Historikerinnen und Historiker, also auch der Nicht-Lehrstuhlinhaber, Nicht-Professoren und Nicht-Habilitierten, deren Arbeitsleistung (trotzdem) fallweise beachtlich war und ist. Aufgenommen wurden 1030 Personen, "von denen ca. 580 im Jahr 2005 bereits verstorben waren". Aus der großen Datenmasse wird die Forschung alsbald ihre Resultate ziehen können: Das Lexikon ist prädestiniert für eine Auswertung, wie sie zuletzt von Anne Christine Nagel an Wolfgang Webers Lexikon mit Erfolg vorgeführt wurde, und bietet genügend Anreize, etliche Desiderata der österreichischen Forschung zu beseitigen. [...]
Österreichische Historikerinnen und Historiker verhielten sich während der zweiten Jahrhunderthälfte verhältnismäßig immobil, nicht selten wurden alle Karriereschritte – vielleicht mit kurzen Unterbrechungen – an einem Ort vollzogen: Schule, Studium, Promotion, Habilitation und weitere Berufslaufbahn. Ebenso konnten Diplomarbeit, Dissertation, Hausarbeit am Institut für Österreichische Geschichtsforschung und Habilitation bei ein und demselben Professor zu beinahe fast ein und demselben Thema stattfinden. Beachtenswert ist gegenwärtig die Anzahl von Historikerinnen und Historikern, die nicht an einer Universität wirken. Dass der Anteil der Historikerinnen in den letzten Jahrzehnten erheblich anstieg, wird bestens dokumentiert, ebenso die geringe Anzahl an Professorinnen. Und natürlich eröffnet das Lexikon Möglichkeiten für neugierige Blicke: Was man etwa über die Herkunft dieses oder jenes Professors schon immer wissen wollte, kann man finden, wenn er es denn angegeben hat. Und jener teuer "eingekaufte" Kollege, der so hohe Forderungen gestellt hat, hat so wenig publiziert? Manche gegenwärtige Historikerinnen und Historiker zeigen sich als eitle Menschen (oder beantworteten eifrig die an sie gestellten Fragen): Die Angaben zur Familie bzw. den Vorfahren sind so ausführlich, als würde gleichsam der Biograph schon vor der Tür stehen.

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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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