Öffentlicher Verkehr | Public Transport - Part 14

posted by PP on 2006/09/28 11:27

[ Öffentlicher Verkehr | Public Transport ]

Im Wien Museum (wo dzt. und bis 26. November auch die Ausstellung Flucht nach Wien. Ungarn 1956, u.a. kuratiert von Béla Rásky, läuft), wurde nun die Schau Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt eröffnet. Geöffnet ist sie von heute bis zum 25. Februar 2007. Wojciech Czaja gibt im Standard eine Einführung dazu.
 

Das Wien Museum schreibt u.a. auf seiner Website über die "Kathedralen des Fortschritts, Tore zur Stadt und zur Welt, Orte der Ankunft und der Abfahrt":

Wie in allen Großstädten hatten und haben auch in Wien die großen Bahnhöfe prägende Bedeutung für die Stadt und deren Bewohner. Im späten 19. Jahrhundert wurden die Großbahnhöfe zu monumentalen Zeichen großstädtischer Dynamik, doch keiner der imposanten Gründerzeit-Bauten hat in Wien überlebt. Heutzutage kaum bewusst ist, dass Wien einst sechs Fernbahnhöfe hatte: Nordbahnhof, Südbahnhof, Ostbahnhof, Westbahnhof, Nordwestbahnhof und Kaiser-Franz-Josef-Bahnhof. Allesamt waren Kopfbahnhöfe, was die Bedeutung und das Selbstverständnis der Hauptstadt als Zentrum der Monarchie und Mitteleuropas unterstreicht.
Die Ausstellung "Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt" zeichnet die Geschichte von Wiens großen Bahnhöfen nach – von den ersten schlichten "Aufnahmegebäuden" über moderat moderne Bauten der Nachkriegszeit bis zum künftigen "Hauptbahnhof Wien", der eine epochale Veränderung des urbanen Lebens mit sich bringen wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Großbahnhöfen des 19. Jahrhunderts. Neben der Architektur geht es auch um die Stadtentwicklung. Die Bahnhöfe waren entscheidende Impulsgeber der Modernisierung Wiens.

Christiane Zintzen, Kulturwissenschafterin in Wien, hat dereinst in einem sehr detaillierten Vortrag am IFK darauf hingewiesen, dass die Rede vom wegen irreperabler Bombenschäden gesprengten Nordbahnhof eher ins Reich der erfundenen Stadtmythologeme gehört. Und noch heute kann jede/r am Praterstern, mit einem Plan von damals ausgerüstet und am besten vom mittlerweile leider sündteuren Riesenrad aus, genau sehen, welche Bausünden im Gefolge der Neugestaltung begangen wurden. Nicht nur, dass die unnötige Sprengung dazu führte, dass der große Kopfbahnhof mit seinen Anschlüssen nach Böhmen, Mähren, die Slowakei, Polen und weiter nord-östlich (an dem dereinst viele EinwanderInnen ankamen und von dem aus auch zahlreiche Transporte in die Konzentrationslager gingen) eine vekehrspolitische und sowohl der eigenen Vergangenheits"bewältigung" als auch dem "Kalten Krieg" geschuldete Idiotie der Sonderklasse war, sondern auch: dass der Praterstern auf diese Weise in seiner gesamten Anlage zerstört wurde. Nun wird ein neuer Bahnhof gebaut, der Platz endgültig von seiner einstmals geplanten großzügigen Anlage zwangsverabschiedet.


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Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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