Veranstaltungen | Events - Part 93

posted by PP on 2006/06/17 15:40

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Hier gab es den Call for Papers zur nunmehr auch inhaltlich fixierten Konferenz über Schutzvereine in Ostmitteleuropa (28.-30.09.2006, Kongress- und Bildungszentrum der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, Bárdosova 33, 83312 Bratislava 37), die vom Collegium Carolinum (München), dem Historischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften sowie der Südostdeutschen Historischen Kommission (für deren Jahrestagung 2006) organisiert wird.
Peter Haslinger schreibt als Vorbemerkung zum Programm:

Der Begriff "Schutzverein" ist Teil der zeitgenössischen Selbstcharakterisierung von Vereinen, die in der Regel durch ein breites Tätigkeitsprofil mit engerer regionaler Begrenzung gekennzeichnet sind. Sie wurden vor allem entlang von Sprachgrenzen oder in polyethnischen Regionen aktiv, deren nationale Zugehörigkeit potentiell umstritten schien. Laut der defensiven Rhetorik der "Schutzvereine" sollten Assimilationsverluste der eigenen Nation durch eine Stärkung explizit nationaler Strukturen vor Ort verhindert werden. Tatsächlich enthielten die Programme jedoch eine Reihe bildungs-, sozial- und wirtschaftspolitischer Maßnahmen (bis hin zu Kolonisationsprojekten), die in offensiver Weise einen Bewusstseinswandel in den einzelnen Regionen bezweckten und damit oft im Gegensatz zur Lebenswelt auch der "eigenen" Lokalbevölkerung standen.

In Studien, welche sich mit Prozessen der Nationalisierung im östlichen Preußen oder in der Habsburgermonarchie beschäftigen, wird meist auf die "Schutzvereine" als ein tragendes Element nationaler Segmentierung verwiesen. Dabei wurde bisher noch kein Versuch unternommen, dieses Phänomen im Rahmen einer Tagung für die gesamte Region Ostmitteleuropa vergleichend zu untersuchen.

Die Tagung zur Geschichte der "Schutzvereine" soll daher Beispiele aus dem Baltikum, dem östlichen Preußen, den polnischen Teilungsgebieten, den böhmischen Ländern und der österreichisch-slowenisch Grenzregion für die Zeit von den 1870er Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg thematisieren. Die Bedeutung und das Selbstverständnis der "Schutzvereine" wird dabei ebenso analysiert wie Fragen des Verhältnisses zu staatlichen Organen oder nach der Einbettung von Schutzvereinen in ihr jeweiliges regionales und lokales Umfeld.




Kontakt:

Prof. Dr. Peter Haslinger
Abteilung für Geschichte Osteuropas und Südosteuropas
Historisches Seminar
Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Platz 1
D-80539 München
Tel.: +49-89-2180-5442

Fax: +49-89-2180-5656

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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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