Balkan | -s - Part 46

posted by PP on 2006/03/17 16:00

[ Balkan | -s ]

Nach den mehr oder weniger umfassend ausgefallenen Zusammenstellungen diverser Nachrichten (eine weitere, von Veronica Khokhlova, findet sich auf Global Voices) und noch vor dem morgigen Begräbnis von Milošević in seinem Heimatort Požarevac (das in Belgrad von einer großen Kundgebung jener demokratischen Gruppen "begleitet" wird, die mit SM-Trauer wenig am Hut haben und folglich in den veröffentlichten Meinungen/Meldungen bislang kaum Erwähnung fanden) noch ein paar ausgewählte Meldungen (und wahrscheinlich folgen auch hier noch diverse Updates). So die von gestern, Donnerstag, wonach ...
 

... Herr Šešelj (cf. u.a. Wikipedia) und die anderen in Den Haag Inhaftierten in Hungerstreik treten wollen und das Essen aus der Gefängnisküche zu verweigern beabsichtigen.Begründung: Sie könnten ja auch "vergiftet" werden.
Das Problem dabei: Die NZZ und andere Medien berichten heute, dass nun erhebliche Zweifel an der Vergiftungstheorie aufgetaucht sind. Mal sehen, was die aus selbstredend völlig überzeugenden Gründen (Serbiens entsandte Pathologen dürften nicht neutral genug sein) seitens Russlands herangekarrten Autopsie-Spezialisten herausfinden. Beachtung verdient in der verlinkten Meldung auch der letzte Absatz:

Allerdings weist derzeit nicht allzu viel darauf hin, dass Milosevic vom ganzen Volk zum Märtyrer hochstilisiert wird. Seinem im Revolutionsmuseum in Belgrad aufgebahrten Leichnam haben bisher weit weniger Personen die letzte Ehre erwiesen, als von seiner Partei erwartet wurde. Der Strom der Besucher bezifferte sich laut Agenturberichten eher in Hunderten als Tausenden.

Und auch das ist ausgesprochen apart: ZD-Net meldet, dass der erste Trojaner aufgetaucht ist, der mit einem Beweis für die Ermordung Milošević' lockt:

Die Betreffzeile der E-Mail lautet:
Slobodan Milosevic was killed.
Der Textkörper enthält folgenden Text:
Content-Type: text/plain
Content-Transfer-Encoding: 7bit
The real evidence in attached photo.

Scanned by Kaspercky
[in Wahrheit heißt der Kapersky; Anm.] Antivirus
Status: clean

Der verseuchte Anhang ist eine ausführbare, UPX-komprimierte Datei, deren Größe 16,5 KByte beträgt.

Nein, abgesehen von der Kommentarverweigerung soll das nicht kommentiert werden.

 

Coming back to the SM-Topic: Here are one, two Blogs by Eric Gordy from the East Ethnia-Blog that are worth the two clicks.

Noch dieses: Nachdem in Europa nun der verschärfte Einbürgerungsüberprüfungswahn (exemplarisch diese Meldung, wonach nun Konservative und Rechte von ihnen zuvor fleißig als "Randgruppen" stigmatisierte Teile wie Verhaltensweisen der Bevölkerung dazu nutzen möchten, um weitere "Randgruppen" a priori zu "integrieren") umgeht, hat Die Zeit einen, vielleicht nicht ganz ironiefrei ausgefallenen, Einbürgerungstest online gestellt. Mein Ergebnis (bei der Auswahl...) hier unten.

http://www.kakanien.ac.at/static/files/30757/einbuergerung.gif


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Antworten

01 by usha at 2006/03/17 16:53 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
Der Einbürgerungstest ist ganz großartig, wenn auch wieder mal - und das erstaunt mich doch - ausschließlich auf das männliche Geschlecht zugeschnitten. Nichtsdestotrotz, unter der Vorannahme, ich sei ein Mann, hat an mir Serbien gar kein Interesse. Dafür billigen mir China und die USA große Chancen zu. Ich vermute, der Wunsch nach Military-Look-Unterwäsche bei Frauen hätten mich sofort sowohl für die USA noch mehr als auch für Serbien recht hoch qualifiziert.
02 by peter at 2006/03/17 17:05 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
Nicht schlecht. Nur bei der Unterwäsche liegt ein Fehlschluss vor. Die Amis lieben es den Testfragen zufolge "bequem" ;-)
Was das bevorzugte Arbeitspensum bei diametralen Entlohnungsverhältnissen betrifft, ist einem Mitglied des kk.rev-Redaktionsteams jedoch verständlicherweise wie tatsächlich China am nächsten.

Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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