Cultural Studies - Part 8

posted by PP on 2006/01/02 11:21

[ Cultural Studies ]

Michael Gamper hält in einer Woche, am 09.01.2006 (18.00 Uhr c.t.) am IFK_Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften einen Vortrag über Unsicheres Wissen. Elektrizität in Wissenschaft und Literatur um 1800.
Das 18. Jahrhundert war von der Elektrizität fasziniert, und Gelehrte und Laien machten in aufsehenerregenden Experimenten die Wirkungen einer unsichtbaren Substanz anschaulich. Deren widerspruchsfreie Konzeptualisierung in einem theoretischen Systementwurf aber gelang nicht. Diese epistemologische Lage führte dazu, dass sich die Physik seit Charles Auguste de Coulomb zunehmend auf die experimentell erzeugten Tatsachen und deren mathematische Beschreibung konzentrierte. Einer spekulativen "Electrologie", wie sie Novalis im "Allgemeinen Brouillon" entwickelt hat, kommt deshalb eine wissenshistorisch wichtige Rolle zu. Denn die "Electrologie" funktionalisiert die Kenntnisse über die Elektrizität in neuer Weise für ein umfassenderes Wissensfeld - zunächst für die "gesammte Naturwissenschaft", dann aber auch für alle anderen Bereiche der romantischen Enzyklopädistik. In diesem Unternehmen besitzt die Literatur eine wichtige Funktion, wie sich etwa an Texten von Novalis, Johann Wilhelm Ritter und Heinrich von Kleist zeigen lässt.

Michael Gamper, PD Dr. phil., ist Privatdozent für Neuere deutsche Literatur an der Universität Zürich und arbeitet im Wintersemester 2005 als IFK_Research Fellow an dem Projekt "Elektrologie. Fiktionen der Elektrizität 1800/1900". Er studierte Germanistik, Allgemeine Geschichte und Europäische Volksliteratur in Zürich und Wien. Forschungsschwerpunkte: Gartenästhetik im 18. Jahrhundert; ästhetischer Paradigmenwechsel um 1800; Masse und andere Kollektivphänomene im Grenzbereich von Literatur und Wissenschaft; historische Stadtlektüre; Sport und Literatur; ästhetische Wahrnehmung und ihre textuelle Repräsentation.
Publikationen: "Die Natur ist republikanisch". Zu den ästhetischen, anthropologischen und politischen Konzepten der deutschen Gartenliteratur im 18. Jahrhundert, Würzburg 1998; mit Hans-Georg von Arburg und Ulrich Stadler (Hg.), Wunderliche Figuren. Über die Lesbarkeit von Chiffrenschriften, München 2001; Die Schweiz in Form. Sport und Nation in einem kleinen Land, Zürich 2005; Masse lesen, Masse schreiben. Eine Diskurs- und Imaginationsgeschichte der Menschenmenge 1765-1930, erscheint 2006.




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Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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