Fundstücke | Finds - Part 23

posted by PP on 2005/12/20 11:57

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Herzig: Heute findet im Quartier 21 des MuseumsQuartiers Wien eine gemeinsame Regierungssitzung Österreichs und Ungarns statt. Ministerratssitzung ist es eher keine, denn die ungarische Seite rückt zwar praktisch geschlossen an (Ministerpräsident und 16 MinisterInnen), die österreichische Regierung kann aber neben dem Bundeskanzler nur sieben MinisterInnen und zwei Staatssekretäre aufbieten.
Immerhin eine gute Idee, dies im MQ durchzuführen, da kann man dann vom Quartier 21 aus die beiden großen Museen betrachten, sich zwischen dem weißen (Zucker-) Würfel Leopoldmuseum und dem an eine Mohnbuchtel erinnernden MUMOK entscheiden, der alten Dualismen eingedenk sein.

Offiziell steht die Unterzeichnung mehrerer Dokumente mit den Schwerpunkten Berufsausbildung, Kommunikationstechnologie und Grenzbeziehungen auf dem Programm. Vielleicht kommt man auch auf ein gemeinsames 2006er Schicksal zu sprechen: Beide Regierungen gehen 2006 in Parlaments-/Nationalratswahlen. Und beide haben derzeit mit Umfragen und also ihren Herausforderern zu kämpfen (österreichischerseits liegt die Opposition in allen Umfragen sogar klar voran), so unterschiedlich die politischen Lager sich auch ausnehmen mögen. Und beide Regierungschefs müssen darum bangen, dass ihnen ihr momentaner Koalitionspartner abhanden kommt (na gut, in Österreich dürfte diese Frage bereits zu Ungunsten desselben entschieden sein).

Und während die Opposition dem ungarischen Ministerpräsidenten Gyurcsány vorwirft, Ungarn immer tiefer in
die Schuldenfalle zu führen und ein "unrealisierbares Wahl-Budget" 2006 konzipiert zu haben, feierte das sozialliberale Kabinett seinen Verhandlungserfolg beim EU-Gipfel in Brüssel vergangene Woche. Dort sei es gelungen, Ungarn bei der Vergabe der EU-Fördermittel gut zu positionieren. Ungarn belege in der Konkurrenz der EU-Länder hinsichtlich der Pro-Kopf-Fördergelder den zweiten Platz von den 25 Mitgliedsländern.




UPDATE: Wie derStandard.at berichtet, schritten die MinisterInnen "paarweise" vor MedienvertreterInnen. Angesichts der oben bereits reportierten Zahlen erscheint das ein wenig fraglich. Aber vielleicht sind ja einige schon heimgefahren, andere ins Museum gegangen - oder kamen wie bei einer Parade, die nach mehr Teilnehmern aussehen soll, nach einem Gang um den Block einfach wieder um die Ecke gesaust.


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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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