Blogosfera--sphäre--sphere - Part 12

posted by PP on 2005/06/19 13:52

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Weblogs und Wissenschaft bzw. Weblogs an Universitäten (was sich nicht zwingend ausschließen muss und nicht nur durch Formatierungen zusammenfinden kann):

Seit 2004 bietet die TU Wien den Universitätsangehörigen die Möglichkeit, kostenlos Weblogs anzulegen. Und schon länger kümmern sich verschiedenste Leute um die Frage "Wozu brauchen wir das?"
Martin Röll hat primär mit Unternehmenskommunikation zu tun (und bietet auf seiner Site u.a. Vorträge, Vorlesungen & Seminare - lesenswert u.a. die Diskussion zu einem seiner Vorträge - sowie Publikationen, White Paper & Materialien an), im Zuge einer Konzeptionsarbeit für Knallgrau ("Weblogs an der TU Wien") entstand eines seiner White Paper, das sich mit den Einsatzmöglichkeiten von Weblogs an Universitäten befasst. Gegliedert ist es hinsichtlich des kernbereichs seiner Ausführungen, den Einsatzmöglichkeiten, wie folgt:
  • Für Lehrstühle (Weblog als "Aktuelles"-Rubrik auf der Lehrstuhl-Homepage; Weblogs für Lehrveranstaltungen; Erweiterte Unterstützung von Lehrveranstaltungen mit Weblogs)
  • Für studentische Vereinigungen
  • Für Studenten (Persönliches Weblog; Persönliches Studien-Journal; E-Portfolio)
  • Für Lerngruppen
  • Für Wissenschaftler

Die TU Wien hat jedenfalls die offensichtlichen Möglichkeiten aufgegriffen und bietet gemeinsam mit besagter Agentur (die das ausführlich erklärt) seit dem letzten Wintersemester unter http://twoday.tuwien.ac.at allen TU-Angehörigen Weblogs an.

Edgar Wang verfasste im März diesen Jahres für die Computerwoche - die im Jänner feststellte: 2004 war das Jahr der Weblogs - einen Artikel, der sich mit der bislang noch sehr zurückhaltenden Nutzung von Weblogs durch WissenschafterInnen beschäftigte: "Weblogs - noch ein zartes Pflänzchen", so ein titelgebendes Resümee. Dennoch, so Wang: Die Möglichkeit der Einrichtung eines Weblogs an der TU Wien nutzten bis zu diesem Zeitpunkt bereits 800 der angeblich ca. 12.000 Angestellten und Studierenden (lt. Knallgrau sind es über 15.000 StudentInnen und 2.500 MitarbeiterInnen; egal). Das dürfte im internationalen Vergleich nicht schlecht sein:

In den USA erscheinen die Online-Journale an vielen Schulen und Hochschulen. Studenten veröffentlichen Arbeitsergebnisse, Diskussionen werden online über Blogs geführt, Dozenten publizieren Literaturlisten und Mitteilungen, stellen Aufgaben oder bereiten ihre Seminare über Blogs vor. Den Anfang machten wie zu erwarten Elite-Universitäten wie die Harvard und die Stanford University. Ein wichtiges Signal setzte im vergangenen Frühjahr die University of Minnesota, die als erste Hochschule der zweiten Reihe ihren Angehörigen campusweit die Möglichkeit zu Blog-Publikationen bot. Sie verzeichnet derzeit über 1100 Autoren.

Zurück zur TU, zurück zu Röll - und gleich wieder weg: Röll verweist bei seinem Paper auf eine Arbeit von Sebastien Paquet (auch bekannt als Seb, der heute Top Three Links I Always Wanted to Blog (But Somehow Couldn't) listet): Personal knowledge publishing and its uses in research. Der Text gliedert sich zum Generalthema Weblogs wie folgt:

  1. Defining the term
  2. A brief history
  3. How weblogs foster quality
  4. Uses of weblogs
  5. The technological evolution of weblogs
  6. Further reading
Seine Conclusion:
Personal knowledge publishing has grown out of weblogging, an increasingly popular and quickly evolving practice that enables people to communicate publicly and establish relationships without suffering the inconvenience of other means of public discussion. It is a different way to share knowledge, which has distinct advantages compared to more traditional ways, and has limitations of its own. I have pointed to examples of personal knowledge publishing to enable readers to go beyond the abstract notions presented here.
Personal knowledge publishing is still in its infancy, but it fulfills many needs that are not adequately satisfied by other means of communication. This suggests that, just like weblogs three years ago, it is at the beginning of a growth curve that could make it an important vehicle for sharing knowledge and fueling innovation in years to come.
Up to now, informal communication between innovators has had a limited radius of visibility and influence, and this has shaped to a certain extent the accessibility of knowledge, giving a definite edge to insiders and people in their immediate social network. What will happen if such communication is increasingly carried out on a widely accessible public record, and if personal networks start to extend in previously unavailable directions? Although I won't do it here, I believe the implications of such a shift are worth thinking and writing about.
"Seb" verweist gegen Schluss auch auf den empfehlenswerten Artikel Blogging thoughts: personal publication as a online research tool (31 seiten im .pdf) von Torill Mortensen und Jill Walker.




(Soviel zum Thema: was schon lange geschrieben werden sollte und einen Sonntagnachmittag wie diesen benötigte, an dem man eigentlich ein Buch layoutieren sollte...)




Zum Schluss schnell doch noch ein letzter Hinweis: Bei den diversen Verweisen oben verlinkter Sites fiel u.a. einer zu Beat Döbeli Honeggers Beats Biblionetz auf. Und wenngleich man sich möglicherweise nicht sofort auskennt und/oder die Icons nicht gerade überwältigend findet: Besuch der Website und intensiveres "Stöbern" zahlt sich aus.


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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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