Bücher | Books - Part 21

posted by PP on 2005/06/27 02:38

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Wie schon mehrfach (u.a. hier) und da bewährterweise (NB: viel zu selten!) ein Gastkommentar/Beitrag von Amália Kerekes:

Anmerkungen zu den scheinbar lebenspraktisch anmutendenden Fragen, die gleich im Titel des soeben erschienenen Bandes Niemand stirbt besser. Theaterleben und Bühnentod im Kabinetttheater (Hg. v. Alexandra Millner, Wien 2005) mitgeliefert werden...
"Die Puppe ist ein Ding", schreibt Béla Balázs in den 1920er Jahren über das Puppentheater,
das nicht ganz ernst genommen werden soll, und in der Kunst scheint das Lebensnahe den Ernst einzubüßen. Mit der abstrakten Starrheit gewinnt ein Gebilde an hieratischem Pathos, aber allem Natürlich-lebendigen haftet eine distanzlose, intime Gemütlichkeit an, die keinen Respekt erzwingt. Denn es ist vergänglich. Alles, was lebt, muß eben sterben, und ewig ist nur, was nie gelebt hat.
Und in direktem Anschluss an dieses Zitat wird in der Hommage von Barbara und Friedrich Achleitner im von Alexandra Millner herausgegebenem Band anlässlich des 15jährigen Bestehens des Kabinetttheaters derselbe Gedanke weitergeführt:
das sichtbare reduziert sich auf gebildetes und eingebildetes, und das muss nicht einmal kunst sein. die poesie wird also entschlackt und hat die chance zu sich zu kommen oder zu uns.
Die doppelte Einstimmung in die – mit Balázs' Worten –
"vergängliche Ewigkeit" des Puppentheaters soll dazu einladen, sich im Rahmen der Neurerscheinung des Sonderzahl Verlags mit Präsenz und Materialität, Teilnahme und Ursprung in einem in der Praxis bewährten Kontext auseinanderzusetzen. Die heimlich-bekannten Puppen, wie paradox es auch sein mag, werfen ein neues Licht auf die Figürlichkeit des Theaters, wie es auch bei Robert Walser anklingt:
Ein Knödli mit Senf schmeckte mir herrlich, was mich hindert, anzumerken, in einem Ichbuch sei womöglich das Ich bescheiden-figürlich nicht autorlich. Ist ein Mensch je zu alt ein schönes Gedicht zu genießen?

Antworten

Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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