Veranstaltungen | Events - Part 108

posted by PP on 2006/09/06 10:59

[ Veranstaltungen | Events ]

Die dominant thematische und medienspezifische Ausrichtung im Umgang mit populärkulturellen Phänomenen hat nicht selten zur Folge, dass die Textualität der herangezogenen Quellen hintangestellt und somit die grundsätzliche Frage der Vermittlung zweitrangig wird. Die Konferenz
Pop in Prosa. Erzählte Populärkultur in der deutsch- und ungarischsprachigen Moderne (14.-16. September 2006, Budapest, Ajtósi Dürer sor 19-21, Gebäude A, Raum 140)
setzt sich darum zum Ziel, entgegen der Nivellierung narrativer Spezifika die erzähltechnischen Aspekte belletristischer und publizistischer Texte von und aus der Populärkultur in den Vordergrund zu rücken.
Dieses Erkenntnisinteresse soll dazu beitragen, dass der von starken Wertsetzungen geprägte Begriff der Populärkultur in Hinblick auf die Prozesse der Kanonisierung, Institutionalisierung und Medienkonkurrenz nicht mehr als abgrenzbare Einheit erfasst wird, sondern gerade mit der sprachlichen Reflexion und Vermittlung des Populären als Konstruktion erkannt wird, bei deren Gestaltung die Erzählformen sowohl hinsichtlich ihrer traditionellen, bewahrenden als auch ihrer innovativen Potenziale herausgefordert werden.

Die Konferenz umfasst den Zeitraum von 1870 bis 1930 und führt Beispiele zur Populärkultur Wiens und Budapests zusammen. Das Aufkommen und Etablierung neuer Medien und Medienverbünde in dieser Periode können mit Anhaltspunkten aufwarten, die auf vergleichbare Prozesse der Urbanisierung und Mediatisierung hindeuten. Die Konzentrierung auf den multikulturellen und heterogenen "Raum" der Österreichisch-Ungarischen Monarchie ermöglicht eine gezielte Untersuchung vielfältiger Veränderungsprozesse und -phänomene sowie Ausblicke auf vergleichbare Transferprozesse im Umriss einer breiteren deutschsprachigen und/oder europäischen kulturellen Topografie.

Die Schwerpunkte der Konferenz beziehen sich auf die folgenden Grundfragen:

  • Welche Rolle spielt das Verhältnis von Schriftlichkeit und Mündlichkeit in den populärliterarischen Narrativen?
  • Welche narrativen Strategien zeichnen sich in (populär)literarischen Texten vor dem Hintergrund medientechnischer Veränderungen ab?
  • Wie werden Massenveranstaltungen und die grundlegende Intermedialität der Populärkultur in publizistischen und belletristischen Texten inszeniert?
  • Welche popularisierenden Tendenzen können in kanonisierten belletristischen Texten aufgespürt werden?
  • Was für eine städtische Topografie lässt sich in den Unterhaltungsmedien nachzeichnen?
  • Inwiefern wirken die Zeit- und Raumformen in (populär)kulturellen Texten aktualisierend und historisierend?
  • Wie finden Bilder der Landschaft und der Ethnien Eingang in (populär)literarische Texte?




Organisation / Kontakt:

Dr. Amália Kerekes
Germanisztikai Intézet
Ajtósi Dürer sor 19-21
H-1146 Budapest

http://www.kakanien.ac.at/static/files/30577/popprosa.jpg


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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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