Aus meinen Lektüren II

posted by ush on 2008/08/25 10:33

[ Bosnien | Bosnia ]

Diesmal ein treffliches Zitat aus einem Aufsatz von Vesna Goldsworthy, zu finden hier (.pdf): Der Imperialismus der Imagination: Konstruktionen Europas und des Balkans. Goldsworthy über paradoxe Beschreibungsmodi und deren Psychologie britischer ReiseschriftstellerInnen auf dem Balkan:

Das durch solch widersprüchliche Versuche des "Fassbarmachens" bedingte endlose "Abgleiten" erzeugt die Vorstellung von einer schwer zu bewältigenden Komplexität des Balkans, die ihrerseits zur differentia specifica der Region wird. Wenn das Wesentliche, das über ein Gebiet gesagt wird, darin besteht, dass dieses komplex sei, beginnt diese zum Fetisch erhobene "Komplexität" verdächtig wie ein Modell auszusehen, mithilfe dessen echtes Engagement (in der Wissensproduktion, dem Geschäftsleben oder der Politik) umgangen werden kann. Der Balkan mag "uns" vielleicht faszinieren, doch "wir" haben kein wirkliches Interesse an "ihm". Die "Unmöglichkeit", diesen Teil Europas zu "begreifen", wird nur allzu leicht zur Begründung dafür, dass man  seine Geschichte(n) und Kulturen nicht wirklich kennen lernen will. (p. 272)


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Einblicke in Editor's Welt. Interessiert an Geisteswissenschaften, staunend über Medien, Tendenz zum Bizzarren, vor allem in der Literatur. Über Anregungen, Kritiken, Kommentare freuen sich Usha Reber (editor@kakanien.ac.at und János Békési (webmaster@kakanien.ac.at).
The workshop Balkan Studies - quo vadis? is held on April 25, 2009.

Venue: HS, Inst. Slawistik, AAKH / Campus
The programme is to be found here, the abstracts are available as Balkan Studies 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, and as pdf.
Ort: HS, IOG, AAKH, Spitalgasse 2, 1090 Wien
Zeit: 2. bis 4. April 2009
Veranstalter: IOG, Kk.rev
Funding: Fritz-Thyssen-Stiftung, Köln

Programm, Abstracts (.pdf)
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