Eindeutige Forscher-ID

posted by JB on 2008/09/12 11:45

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In den Niederlanden wird jedem Wissenschaftler, der an einer Universität arbeitet bzw. ihr in irgendeiner Weise verbunden ist, eine eindeutige Identifikationsnummer zugewiesen. Diese DAI (Digital Author Identifier) soll die Zurechnung von Autorschaften erleichtern: sie

"kann benutzt werden, um das Portfolio einer Autorin zusammenzustellen, auch dann, wenn die betreffende Autorin an verschiedenen Institutionen gearbeitet hat. Der gesamte Output einer Autorin kann auf einen Blick überschaut werden, ob sie nun unter ihrem angenommenen oder ihrem Mädchennamen publiziert hat."
 ( http://www.surffoundation.nl/smartsite.dws?ch=ENG&id=13480 -- eig. Übers. )

 

Die Verwendung dieser Forscher-ID dient im Bereich Open Access auch dazu, automatische Listen zu generieren, Schlagwortwolken (wie in diesem Weblog auf der rechten Seite) von fachlicher Kompetenz und ähnliches herzustellen, die auf Informationen basieren, die aus den OA-Repositories unter Verwendung der DAI gezogen werden. Als Beispiel wird die NARCIS-Portalseite für Prof. W.H.J. Meeus  angeführt.
   
Zwar ist diese Forscher-ID noch auf die Niederlande beschränkt, wo sie eine starke Vernetzung von Repositories bewirkt, die in geeigneten Such- und Darstellungsportalen zusammemgefasst werden (NARCIS). Eine Diskussion über ähnliche Systeme ist aber in anderen EU-Ländern im Gange.

Fragen des Datenschutzes und der Kontrolle werden allerdings kaum angesprochen: der "gläserne Forscher" rückt mit einem solchen Vorhaben in den Bereich des Machbaren, was wohl ziemlich unmittelbar Auswirkungen auf Dotierungen, Projektfinanzierungen und ähnliches haben dürfte. Ausserdem muss das Vorhaben auch im Zusammenhang mit der gewichtigen Frage gesehen werden, ob die inzwischen halbautomatisierte Beurteilung von Forschungsqualität mittels "Impact Factor" und Publikationsanzahl tatsächlich die gewünschten Kriterien und Messzahlen liefern kann. Inzwischen scheint letzteres sogar gelegentlich von den Naturwissenschaftlern angezweifelt zu werden (der Standard  vom 6./7.Sept. 2008).


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The workshop Balkan Studies - quo vadis? is held on April 25, 2009.

Venue: HS, Inst. Slawistik, AAKH / Campus
The programme is to be found here, the abstracts are available as Balkan Studies 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, and as pdf.
Ort: HS, IOG, AAKH, Spitalgasse 2, 1090 Wien
Zeit: 2. bis 4. April 2009
Veranstalter: IOG, Kk.rev
Funding: Fritz-Thyssen-Stiftung, Köln

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