Gender - Part 23
[ Gender ]
Ein hoch interessanter Projektbericht von Jürgen Nautz, der sich dem "Frauenhandel in Österreich 1918-1938" widmet, wurde letzten Monat unter anderem auf Kk.rev publiziert.Jürgen Nautz geht v.a. anhand von Polizeiakten dem Mädchen- und Frauenhandel im Österreich dieser Zeit nach. Das Problem war schon damals, nicht erst heutzutage ein vordringliches Phänomen, zu dessen Bekämpfung sowohl nationale als auch mit dem Völkerbund internationale Strategien entworfen wurden.
Was nun als "Mädchenhandel" - bei Verschieben über eine Staatsgrenze - (in Abgrenzung zu bspw. "Kuppelei" - innerhalb eines Landes, ohne Grenzübertritt) zu werten ist, erfuhr mehrmalige und von Land zu Land differierende Umdeutungen.
Jürgen Nautz zeichnet anhand von Institutionengeschichte und der Herausbildung von Netzwerken zur Bekämpfung von Mädchen- und Frauenhandel das Entstehen eines allgemeinen und handlungsorientierten Problembewusstseins nach, bevor er dann gesondert auf das Ausmaß des Frauenhandels in der Republik Österreich eingeht. Formen und Ausmaß bindet der Autor an Wirtschaftsgeschichte und das Entstehen von Märkten zurück. In seinen eigenen Worten:
Die Wirtschaftsgeschichte untersucht in wirtschaftsgeschichtlicher Sichtweise ganzeDer Bericht lässt auf ein baldiges Erscheinen der zugehörigen Monografie hoffen. Thema und Herangehensweise machen neugierig auf mehr.
Gesellschaften. Sie beschäftigt sich mit wirtschaftlichen Strukturen und Prozessen, Institutio-nen und Theorien, Handlungen und Ereignissen, mit sozialen Gruppen und Schichten
sowie deren wechselseitigen Beziehungen und Konflikten. [...] Gerade das Ziel der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, möglichst vieler Einflussfaktoren für bestimmte historische Realitäten zu erfassen,bedingt ihre stark ausgeprägte Interdisziplinarität. Forschungsergebnisse der Politologie, Soziologie, Psychologie, Geografie, Naturwissenschaften und Rechtswissenschaften werden einbezogen.
< previous Posting next >
<< previous Topic next >>
Antworten