Bildung | Education - Part 7

posted by usha on 2005/08/05 11:07

[ Bildung | Education ]

In der Doppelzange der Geschlechterpolitik: Im besten Fall kann man die neuen Maßnahmen zur Hebung des Frauenanteils an Universitätsprofessuren "anarchistisch" nennen, im schlimmsten bloße Bestechung.

Die Standard berichtet - seltsamerweise kommentarlos - über Ministerin Gehrers neuen Plan, in Zukunft Professuren, die an Frauen vergeben werden, finanziell mit der zwar nicht besonders prächtigen, aber auch nicht gerade unerheblichen Summe von 33.880 Euro für die entsprechende Uni zu "unterstützen" (man könnte auch sagen "belohnen" oder "bezahlen"). Das Ganze läuft wieder mal unter einem Selbstlobtitel, excellentia, und soll auch als accelerans der "Geschlechtergerechtigkeit / -gleichstellung" dienen.

Klar, das kann ein guter Wille sein, eine schöne und lang notwendige Geste; jedoch wirkt es auf mich wie der pure Hohn: Ich freute mich jetzt schon auf das Arbeitsklima, das mich als potenzielle Professorin, die ich bei meiner Einstellung auf Grund meines biologischen Geschlechts diese Summe einbrächte, die angesichts aller umgebenden Sparmaßnahmen mehr als erfreulich ist. Ein Klima, das geradezu dazu ermuntert, auf meine dies verdienenden Geschlechtsmerkmale zu starren, die alles andere zu substituieren da sind: "Das ist die neue Frau, für deren Einstellung wir bezahlt wurden". Zwischenkollegiale Probleme und Ungerechtigkeiten vor und nach der Einstellung werden nicht bedacht, die nachgerade zielsichere Herausforderung von Missgunst, Reduktion auf "Frau" oder "Mann-Sein", der Beweisdruck für die Ware Professorin etc.

Ich freue mich schon auf die Folgeartikel ab 2011 - 2010 läuft excellentia aus - unter dem Titel "Arbeitswelt im Wandel". So wollte ich meinen früheren Ruf nach Feminismus & Geschlechterkampf nicht unbedingt verstanden wissen. Ich fürchte doch sehr, dass hier eine weitere gute Gelegenheit vorliegt, zu beweisen, dass "gut gemeint" das Gegenteil von "gut" ist. Derartige Belohnungen/Bestechungen für Frauenförderung kann dazu angetan sein, die Kluft zwischen den Geschlechtern zu vertiefen.


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