Call for Papers-Call for Applications - Part 9

posted by usha on 2005/02/18 16:51

[ Call for Papers-Call for Applications ]

Das Symposium "Sprache und nationale Identität in öffentlichen Institutionen der Kafka-Zeit" vom 28.09. bis 30.09. 2005, wird im Rahmen des Projektes ''Franz Kafka im mitteleuropäischen sprachlichen und kulturellen Kontext'' veranstaltet und wird von der Fritz Thyssen Stiftung und der Regensburger Universitätsstiftung Hans Vielberth gefördert.

Bei dem internationalen Symposium geht es um den Zusammenhang von Bilingualismus
und Sprachenkampf in den böhmischen/österreichischen und tschechoslowakischen
Institutionen (Verwaltung, Bildung), die in makrosoziologischen Rahmenbedingungen der böhmischen Länder und der Tschechoslowakei verankert waren. Im Unterschied zur bisherigen Forschung soll jedoch nicht allein die - etwa in Gesetzen und Verordnungen - intendierte Sprachwirklichkeit beschrieben, sondern auch die vor diesem Hintergrund fassbare, dynamische tatsächliche Sprachwirklichkeit untersucht werden. Gerade mit Blick auf Franz Kafka, der vor und nach 1918 in einer zentralen öffentlichen Institution mit der Zuständigkeit
für ganz Böhmen tätig war, drängt sich die Frage auf, wie die kommunikativen Abläufe in der Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt in Wirklichkeit genau aussahen, welche Stellung Deutsch und Tschechisch als Kommunikationsmittel tatsächlich einnahmen und welcher symbolische Wert ihnen zufiel, denn die Sprachenfrage spaltete die Versicherungs-Anstalt insoweit, dass eine Teilung der Anstalt angestrebt war. Das Symposium nimmt sich demzufolge zum Ziel, die Kommunikationsabläufe in den öffentlichen Institutionen dieser Zeit aus dieser Perspektive zu erfragen. Ähnlich relevant erscheint auch die bisher kaum
diskutierte Frage des Bildungsweges Franz Kafkas, da das böhmische Schulwesen
mit der Teilung der Prager Universität im Jahre 1882 einen massiven sprachnational geprägten Wechsel in der Einstellung gegenüber Bildung erlebte, der rechtlich vorbereitet und auch begleitet war und in der Tschechoslowakei erneut die Gesellschaft polarisierte. Dies wirkte sich selbstverständlich auch auf Debatten jüdischer Intellektueller dieser Zeit (Assimilation, Zionismus, Diaspora...) sowie auf das Werk Franz Kafkas aus.

Von diesem interdisziplinären Symposium sind somit neue Impulse nicht nur für die Kafka-Forschung, sondern auch für die soziolinguistisch verstandene Bilingualismus-Forschung zu erwarten, die über die Institutionsgeschichte auch für die Geschichts- und Politikwissenschaft relevant ist. Im Übrigen ist die Sprachpolitik eine besonders wichtige Fragestellung auch im Kontext der erweiterten Europäischen Union, die in dieser politisch hochsensiblen Frage auch vor dem Hintergrund historischer Reminiszenzen ihren Weg finden muss.

Um Anmeldung deutscher oder englischer Referate (mit Abstract) unter folgender
Adresse wird zum 31.03.2005 gebeten:

Universität Regensburg
Bohemicum Regensburg-Passau
Prof. Dr. Marek Nekula
D-93040 Regensburg
Tel.: +49 / 941 / 943 / 3525, 3526
Fax: +49 / 941 / 943 / 1861

Email: Marek Netula

Uni Regensburg















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