Europa | Europe - Part 24

posted by usha on 2007/08/30 08:59

[ Europa | Europe ]

Vergangene Woche reiste ich durch Rumänien mit den Stationen Lovrin, Timişoara, Orşova, Constanţa, Braşov. Diese Strecke von Wien aus in 4 Tagen zurückzulegen bildete eine gewisse Herausforderung.

Das letzte Mal war ich 2002 in Sibiu und Braşov gewesen, und natürlich war ich gespannt, wieviel sich bis zum und nach dem EU-Beitritt verändert hatte. Am augenfälligsten war für mich als leidenschaftliche Tiernärrin, dass - erwartungsgemäß - das Straßenbild radikal von den streunenden Hunden gesäubert worden war. Wobei der Unterschied zwischen einem streunenden und einem Gebrauchshund nicht sehr ins Auge sticht, da auch Letztere als "Selbstversorger" leben.

In wenigen Orten, vor allem in Grenznähe zu Ungarn, ist jedoch ganz offenbar der Geldsegen ausgebrochen, der in Dorfverschönerungen investiert wird, und weit mehr Fabriken befinden sich zumindest teilweise wieder in Betrieb. Auch der Straßenbau befindet sich in vollem Gange.

Das Land ist jedoch immer noch voller Gegensätze. Eselkarren und Pferdefuhrwerke prägen auch das Stadtbild genauso wie übertrieben teure und nagelneue Autos; Bauwahn in nachgerade byzantinischem Stil wechselt mit dreiviertels verfallenen Bauten; in Constanţa leben zehnköpfige Familien in zwei Zimmern und Frauen waschen in einem Plastikzuber Wäsche auf der Straße.

Fließendes Wasser als Segnung dürfte auf den meisten, wirklich gottverlassenen siebenbürgischen Dörfern, durch wir wegen der Straßenverhältnisse im Schritttempo gondelten, völlig unbekannt sein. Die Menschen, denen wir auf der Straße begegneten wirkten verschlossen und eher abweisend.

Dennoch ist Rumänien das Land, bei dem mir jedes Mal das Herz aufgeht. Es gehört landschaftlich zu den abwechslungsreichsten Gegenden Europas, und wenn man den Kontakt zu den Menschen, die bei allem sichtbaren Elend von etwas wie "Würde" geprägt sind, sucht, ist er nicht schwer herzustellen. Das Dienstleistungsbewusstsein ist hingegen nicht sehr ausgeprägt, und wer - wie ich - "Tiertourismus" betreibt, Hunde füttert und streichelt, Eseln über die Kruppe streicht und Katzen liebkost, muss sich gefallen lassen, für abseitig gehalten zu werden.


Das Ziel meiner Reise: Ovid.

http://kakanienneu.univie.ac.at/static/files/25720/ovid.jpg


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