Szenenwechsel

posted by SHorváth on 2008/09/23 19:48

[ Veranstaltungen - Conferences ]

Die Beiträge der Konferenz mit dem Titel Szenenwechsel: Zur Konstruktion von Normalität und Abweichung im deutschsprachigen Spielfilm, die in zwei Tagen (25. / 26. September) an der Reichsuniversität Groningen / Niederlande ausgerichtet wird, werden bereits für den 2009 erscheinenden Sammelband zur Publikation vorbereitet und stützen sich inhaltlich auf folgende Leitgedanken:

 

Das Medium Spielfilm – das man mit einigem Recht als das Leitmedium des 20. Jahrhunderts begreifen kann – hat sich über die letzten rund 100 Jahre hinweg immer wieder als Seismograph, Katalysator und Reflexionsmedium von als krisenhaft erlebten Ausnahmezuständen und Zuspitzungen erwiesen. Als Massenmedium nimmt es dabei eine Mittlerfunktion zwischen gesellschaftlichen Ereignissen einerseits und ihren symbolischen Ausdeutungen anderseits wahr, so dass seine Analyse im Sinne Michel Foucaults auch als Sichtbarmachung der "Positivität des Diskurses" verstanden werden kann. Dergestalt auf Ausnahmezustände und Dynamiken der deutschen Geschichte fokussiert, betreiben die Vorträge der Tagung "Szenenwechsel" in produktiver Weise Filmanalyse als Kulturanalyse.

 

Detaillierter Programmablauf:

25. September 2008
 
9:00 Uhr:
Eröffnung Prof. Dr. Wara Wende (Groningen), Dr. Lars Koch (Berlin), Dr. Joachim Umlauf (Amsterdam):  Film als gesellschaftliches Reflexionsmedium

9:15 Uhr:
Prof. Dr. Niels Werber (Innsbruck): Genie und Jude als Typologien der Abweichung im filmischen NS

10:00 Uhr:
Prof. Dr. Lorenz Engell (Weimar): Stehende Gewässer – Nullzeit und Normalzeit in Helmut Käutners Film Unter den Brücken

10:45 Uhr:
Prof. Dr. Frank Stern (Wien):  Humanismus und Antifaschismus – Judendarstellungen im Filmschaffen der DEFA

11:30 Uhr: Pause

11:45 Uhr:
PD Dr. Christian Schulte (Berlin): Kontinuität und Bruch im deutschen Nachkriegsfilm der 1950er Jahre

12:30 Uhr: Mittagspause

14:30 Uhr:
Dr. Sören Philipps (Hannover): Überformte gesellschaftliche Wirklichkeit im Deutschen Heimatfilm der 1950er Jahre: Verlorene Söhne, Wilderer und andere Außenseiter

15:15 Uhr:
PD Dr. Jörn Ahrens (Berlin): Inzest im intimen Kollektiv?  Deutscher Film der 1950er Jahre und antipolitische Gemeinschaftsbildung

16:00 Uhr: Pause

16:30 Uhr:
Prof. Dr. Hermann Kappelhoff (Berlin): Politik der Form im neuen deutschen Autorenfilm der 1960er Jahre

17:15 Uhr: Prof. Dr. Knut Hickethier (Hamburg): Die filmische Reflexion des RAF-Terrors
 

26. September 2008

9:00 Uhr:
Dr. Lars Koch (Berlin): Normalitätsbruch als Normalität in den Filmen Michael Hanekes – Filmische Annäherungen an Giorgio Agambens Theorie des Ausnahmezustands

09:45 Uhr:
Prof. Dr. Ortrud Gutjahr (Hamburg): Migration in die Ungleichzeitigkeit – Filmische Narrative im Werk Fatih Akins

10:30 Uhr: Pause

11:00 Uhr:
Prof. Dr. Wara Wende (Groningen): Vor dem Gesetz – oder: Was ist "richtig" und was ist "falsch"?  Zur Differenz von Recht und Unrecht im deutschen Spielfilm nach 1945

11:45 Uhr:
Dr. Hans-Jörg Schmidt (Schriesheim): Oscar-Nominierungen als Instrument der geschichtspolitischen Herstellung von Normalität

12:30: Schluss
 

 
Waltraud Wara Wende / Lars Koch (Hg.): Szenenwechsel: Zur Konstruktion von Normalität und Abweichung im deutschsprachigen Spielfilm, Bielefeld 2009.

 


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