Vorträge - Lectures - Part 4

posted by SHorváth on 2007/05/22 17:59

[ Vorträge - Lectures ]

Von unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen ausgehend widmen sich am IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst (1090 Wien, Berggasse 17) zwei Vorträge dem Themenfeld der frauenspezifischen Stummfilmforschung.
 

Zum einen behandelt Claudia Preschl ihre Habilitationsschrift (die voraussichtlich im Herbst 2007 publiziert wird) aufgreifend: Lachende Körper im Kino der 1910er Jahre. Zu dem im Rahmen der Vortragsreihe Feministische Theorie und Gender Studies eingebetteten Beitrag bietet der folgende Abstract anregende Informationen:

 

    Das Kino der 1910er Jahre lockt mit Vielfalt, körperlichen Ausschweifungen, Eleganz und Anarchie. Gerade die Komikerinnen der kurzen Serienfilme und Lustspielfilme entwickeln eine groteske Körperkomik, die von körperlichen Verrenkungen bis zu Attacken auf andere Körper reicht. Damit repräsentieren sie auch die Geschlechterverhältnisse und sozialpolitischen Umwälzungen der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Speziell an Asta Nielsen lässt sich jener beinahe unerschöpfliche Fundus an (körperlichen) Überschreitungen und Verschiebungen von Grenzen beobachten, der mit der Groteske als kulturellem Phänomen verbunden ist.
    Dieser Fundus dient als Ausgangspunkt für Reflexionen über Machtstrukturen und Handlungskonzepte

Zeit: Mittwoch, 23. Mai 2007, 18.30 Uhr


Zum anderen greift Helga Gartner die Thematik ihres Referats mit dem Titel Germaine Dulac, französische Pionierin der Stummfilmzeit aus der Perspektive Frauen schreiben gegen Hindernisse, welcher ebenfalls eine eigene Vortragsreihe zugedacht ist, auf. Der Abstract dazu klingt ebenfalls sehr vielverspechend:

 

    Germaine Dulac war eine bedeutende Feministin ihrer Zeit. Sie studierte Kunst, arbeitete als Redakteurin für die Suffragetten-Zeitschrift "La Française", war Theater- und Filmkritikerin, Filmproduzentin, Stummfilmregisseurin, Filmtheoretikerin, Leiterin der französischen Filmclubbewegung und drehte zuletzt Reportagen für die Gaumont-Wochenschau. Die Andersartigkeit ihrer Filmästhetik im Vergleich zur männlichen Filmnorm - die psychologisierende Darstellung der Seele - ließ Germaine Dulac in Vergessenheit geraten. Seit den 1990er Jahren gibt es Bemühungen, ihre noch vorhandenen Filme und theoretischen Schriften wieder publik zu machen. Der Film "La mort du soleil" (dt.: Der Tod der Sonne), der 1921 entstand, schildert als einer der wenigen Filme dieser Zeit eine junge Ärztin, die den Zwiespalt Familie versus Wissenschaft erlebt, aber eine Möglichkeit findet, ihrer Forschungsarbeit und ihren Mutterpflichten gleichzeitig nachzukommen.

Zeit: Montag, 25. Juni 2007, 18.30 Uhr


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